Lied XV

1Ich sehe dich in tausend Bildern,
Maria, lieblich ausgedrückt,
Doch keins von allen kann dich schildern,
Wie meine Seele dich erblickt.

2Ich weiß nur, daß der Welt Getümmel
Seitdem mir wie ein Traum verweht,
Und ein unnennbar süßer Himmel
Mir ewig im Gemüte steht.

Text: Novalis (Friedrich von Hardenberg, † 1801), „Hymnen an die Nacht" und „Geistliche Lieder", gemeinfrei. Digitale Quelle: Projekt Gutenberg-DE.