Bava Batra — Blatt 118b
1Sie erwiderten ihm: Wir stammen vom Samen Josephs ab, über den das böse Auge keine Gewalt hatte, denn es heißt:ein fruchttragendes Reis ist Joseph, ein fruchttragendes Reis an der Quelle [a͑le a͑jin], und R. Aḥahu sagte, man lese nicht a͑le a͑jin, sondern o͑le a͑jin [das Auge übersteigend].
2R. Jose b. Ḥanina sagte: Hieraus :sie mögen sich fischähnlich auf Erden vermehren, wie die Fische im Meere das Wasser bedeckt und das Auge keine Gewalt über sie hat, ebenso hat über den Samen Josephs das Auge keine Gewalt.
3«Den Anteil der Kundschafter erhielten Jehošua͑ und Kaleb.» Woher dies? Úla erwiderte: Die Schrift sagt: Jehošua͑, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jephunnes, lebten allein von allen Männern) was ist nun unter ‘lebten’ zu verstehen, wollte man sagen wörtlich, sie blieben leben, so heißt es ja bereits anderweitig : keiner von ihnen war übrig ben außer Kaleb, dem Sohne Jephunnes, und Jehošua͑, dem Sohne Nuns!? Vielmehr ist unter ‘lebten’ zu verstehen, sie lebten mit dem Anteile jener.
4«Die Murrenden und die Rotte Qoraḥs hatten keinen Anteil am Lande.» Es wird ja aber gelehrt: den Anteil der Kundschafter, der Murrenden und der Rotte Qoraḥs erhielten Jehošua͑ und Kaleb!? – Das ist kein Widerspruch; einer vergleicht die Murrenden mit den Kundschaftern, und einer vergleicht nicht die Murrenden mit den Kundschaftern.
5Es wird nämlich gelehrt :unser Vater ist in der Steppe gestorben, das ist Çelophḥad; er gehörte jedoch nicht zu der Rotte, das ist die Rotte der Kundschafter; die sich wider den Herrn zusammenrottete, das sind die Murrenden; in der Rotte Qoraḥs, dem Wortlaute gemäß.
6Einer vergleicht also die Murrenden mit den Kundschaftern, und einer vergleicht nicht die Murrenden mit den Kundschaftern.
7Ferner sprach R. Papa zu Abajje: Sollten denn nach demjenigen, der die Murrenden mit den Kundschaftern vergleicht, Jehošua͑ und Kaleb das ganze Jisraélland geerbt haben!? Dieser erwiderte: Wir sprechen von den Murrenden bei der Rotte Qoraḥs.
8Ferner sprach R. Papa zu Abajje: Einleuchtend ist nach demjenigen, welcher sagt, das Land wurde an die Auszügler aus Miçrajim verteilt, der Schriftvers :so entfielen auf Menaše zehn Anteile; sechs für die sechs Familienhäupter und vier, die sie erhielten, das sind also zehn;
9nach demjenigen aber, welcher sagt, an die Einzügler in das Land, waren es ja nur acht; sechs für die sechs Familienhäupter und zwei, die sie erhielten, das sind also acht!? –
10Nach deiner Auffassung ist ja auch gegen denjenigen, welcher sagt, das Land wurde an die Auszügler aus Miçrajim verteilt, einzuwenden, es waren ja nur neun!? Du mußt also erklären, sie hatten noch einen Bruder des Vaters, ebenso ist auch nach jenem zu erklären, sie hatten noch zwei Brüder des Vaters.
11Es wird nämlich gelehrt :Du sollst ihnen geben, das ist der Erbbesitz ihres Vaters; unter den Brüdern ihres Vaters, das ist der Erbbesitz des Vaters ihres Vaters; und sollst den Erbbesitz ihres Vaters auf sie übergehen lassen, das ist der Erstgeburtsanteil.
12R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, sie erhielten auch den Anteil des Bruders ihres Vaters, denn es heißt: du sollst ihnen geben. Und nach demjenigen, welcher sagt, sie hatten zwei Brüder ihres Vaters, ist dies aus [den Worten] Besitz der Erbschaft zu entnehmen.
13Ferner sprach R. Papa zu Abajje: Wen zählt der Schriftvers auf : zählt er die Familienhäupter, so waren es ja nur sechs, und zählt er auch die Angehörigen mit, so waren es ja mehr!? –
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.