Bava Batra — Blatt 27b
1und man kann damit Güter, die keine Sicherheit gewähren, eignen!? – Hier handelt es sich um ein Getreide[feld].
2Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: irgendwie [groß]. Schließe hieraus. –
3Komm und höre: Wenn ein Baum teilweise im [Jisraél]lande und teilweise außerhalb des [Jisraél]landes sich befindet, so sind Zehntpflichtiges und Profanes miteinander vermischt – so Rabbi;
4R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, was im Gebiete der Pflicht wächst, sei pflichtig, und was im Gebiete der Freiheit wächst, sei frei.
5Ihr Streit besteht also nur darin, indem einer der Ansicht ist, es gebe eine fiktive Sonderung, und einer der Ansicht ist, es gebe keine fiktive Sonderung,
6was aber im Gebiete der Pflicht wächst, ist nach aller Ansicht pflichtig!? –
7Hier handelt es sich um den Fall, wenn sie durch einen Felsen getrennt sind. – Was ist demnach der Grund Rabbis!? – Weil sie vereinigt werden. –
8Worin besteht ihr Streit? – Einer ist der Ansicht, die Luft vereinige sie, und einer ist der Ansicht, der eine [Teil] bestehe für sich gesondert und der andere bestehe für sich gesondert. –
9Wieso nur sechzehn Ellen und nicht mehr, wir haben ja gelernt, man müsse einen Baum von einer Zisterne fünfundzwanzig Ellen entfernen!? Abajje erwiderte: [Die Wurzeln] ragen auch weiter, ihre Nahrung aber ziehen sie bis sechzehn Ellen und nicht mehr.
10Als R. Dimi kam, erzählte er, Reš Laqiš habe R. Joḥanan gefragt, wie es sich mit einem Baume, der sich innerhalb sechzehn Ellen von der Grenze befindet, verhalte, und dieser habe ihm erwidert, er gelte als Räuber und man bringe von diesem die Erstlinge nicht dar.
11Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Sowohl von einem nahe der Grenze stehenden Baume als auch von einem sich hinüberneigenden Baume bringe man [die Erstlinge] dar und lese [den Abschnitt], denn unter dieser Bestimmung verteilte Jehošua͑ das Land an Jisraél.
12WENN EIN BAUM SICH IN DAS FELD EINES ANDEREN HINÜBERNEIGT, SO DARF DIESER [DIE ZWEIGE] IN DER LÄNGE DES OCHSENSTACHELS ÜBER DEM PFLUGE WEGSCHNEIDEN; VON EINEM JOHANNISBROTBAUME UND EINER SYKOMORE GENAU NACH DEM SENKBLEI; AN EINEM RIESELFELDEVON JEDEM BAUME GENAU NACH DEM SENKBLEI: ABBA ŠAÚL SAGT, VON JEDEM LEEREN BAUME GENAU NACH DEM SENKBLEI.
13GEMARA. Sie fragten: Bezieht Abba Šaúl sich auf den Anfangsatz oder bezieht er sich auf den Schlußsatz? –
14Komm und höre: Es wird gelehrt: An einem Rieselfelde darf man, wie Abba Šaúl sagt, jeden Baum genau nach dem Senkblei [wegschneiden], weil die Beschattung einem Rieselfelde nachteilig ist. Schließe hieraus, daß er sich auf den Anfangsatz bezieht. Schließe hieraus.
15R. Aši sagte: Dies ist auch aus unserer Mišna zu entnehmen, denn er lehrt: von jedem leeren Baume; erklärlich sind [die Worte] ‘von jedem Baume’; wenn du sagst, er beziehe sich auf den Anfangsatz, wenn du sagst, er beziehe sich auf den Schlußsatz, so sollte es doch heißen: leere Bäume! Schließe hieraus, daß er sich auf den Anfangsatz bezieht. Schließe hieraus.
16WENN EIN BAUM SICH IN ÖFFENTLICHES GEBIET HINÜBERNEIGT, SO SCHNEIDE MAN [VON DEN ZWEIGEN] SOVIEL WEG, DASS EIN KAMEL MIT SEINEM REITER HINDURCHKANN; R. JEHUDA SAGT, EIN MIT FLACHS ODER REISIGBÜNDELN BELADENES KAMEL; R. ŠIMO͑N SAGT, VOM GANZEN BAUME NACH DEM SENKBLEI, WEGEN DER UNREINHEIT.
17GEMARA. Wer ist der Autor, welcher lehrt, daß man sich bei Schädigungen nach der gegenwärtigen Schätzung richte?
18Reš Laqiš erwiderte: Hierüber besteht ein Streit, und es ist R. Elie͑zer, denn wir haben gelernt: Man darf unter öffentlichem Gebiete keine Höhlung machen, keine Gruben, keine Gräben und keine Höhlen R. Elie͑zer erlaubt es in der Weise, daß ein mit Steinen beladener Wagen darüber fahren kann.
19R. Joḥanan entgegnete: Du kannst auch sagen, daß es die Rabbanan sind, denn in jenem Falle kann eine Beschädigung entstehen, ohne daß man es merkt, hierbei aber kann man ja jeden [Zweig] einzeln abschneiden.
20R. JEHUDA SAGT, EIN MIT FLACHS ODER REISIGBÜNDELN BELADENES KAMEL. Sie fragten: Ist die Maßangabe R. Jehudas eine größere oder ist die Maßangabe der Rabbanan eine größere? –
21Selbstverständlich ist die Maßangabe der Rabbanan eine größere, denn was sollten die Rabbanan, wenn man sagen wollte, die Maßangabe R. Jehudas sei eine größere, mit der Maßangabe R. Jehudas anfangen!? – Was kann, wenn man sagen wollte, die Maßangabe der Rabbanan sei eine größere, R. Jehuda mit der Maßangabe der Rabbanan anfangen!? – Er kann sich bücken und durchkommen.
22R. ŠIMO͑N SAGT, VOM GANZEN BAUME NACH DEM SENKBLEI, WEGEN DER UNREINHEIT. Es wird gelehrt: Wegen der Unreinheit durch Bezeltung. – Selbstverständlich, wir haben ja gelernt: wegen der Unreinheit!? –
23Aus der Mišna könnte man entnehmen, es sei zu berücksichtigen, ein Rabe könnte etwas Unreines holen und da hinaufwerfen, somit würde es ausreichen, wenn nur ein wenig gelichtet wird, so lehrt er uns.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.