Chullin — Blatt 22a
1wie man bei jenem Kopf und Rumpf anfasse und sprenge, ebenso muß man auch bei diesem Kopf und Rumpf anfassen und sprengen. –
2Wie meint er es? – Er meint es wie folgt: wie bei jenem zu sprengen ist, wenn der Kopf am Rumpfe haftet, ebenso ist auch bei diesem zu sprengen, wenn der Kopf am Rumpfe haftet.
3Man könnte glauben, wie bei jenemein Halsorgan, ebenso auch bei diesem ein Halsorgan, so heißt es: er bringe sie dar. –
4Wozu sind nach dem ersten Autor, der es aus [den Worten:] er kneife ab, und er räuchere auf, entnimmt, [die Worte:] er bringe sie dar, nötig!?
5Hieße es nicht: er bringe sie dar, so könnte man [das Wort] nach Vorschrift auslegen: nach Vorschrift des Geflügel-Sündopfers,
6und [die Worte:] er kneife ab, und er räuchere auf, wie folgt erklären: wie das Aufräuchern auf der Höhe des Altars erfolgt, ebenso auch das Abkneifen auf der Höhe des Altars;
7da aber der Allbarmherzige schrieb: er bringe sie dar, so deuten sie auch auf jene Erklärung.
8Woher, daß das Vieh-Sündopfer nur von Profanem darzubringen sei? R. Ḥisda erwiderte: Die Schrift sagt: Ahron bringe seinen Sündopfer-farren heran; seinen, nicht aber von Gemeindemitteln und nicht vom Zehnten. –
9Daß es am Tage erfolgen müsse, geht ja hervor aus: am Tage, da er gebot !? – Er lehrt es unnötig. –
10Daß es mit der rechten Hand erfolgen müsse, geht ja hervor aus der Lehre des Rabba b. Bar Ḥana!? Rabba b. Bar Ḥana sagte nämlich im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš: Überall, wo es ‘Finger’ und ‘Priester’ heißt, ist der der rechten Hand zu verstehen. –
11Der andere aber ist der Ansicht, wenn es ‘Priester’ heißt, müsse es auch ‘Finger’ heißen, und wenn es ‘Finger’ heißt, brauche es nicht ‘Priester’ zu heißen. –
12Woher wissen der erste Autor und R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n, daß es gegenüber dem Genicke erfolgen müsse!? – Sie folgerten dies aus [dem Worte] abkneifen.
13WAS BEI TURTELTAUBEN TAUGLICH IST, IST BEI JUNGEN TAUBEN UNTAUGLICH, UND WAS BEI JUNGEN TAUBEN TAUGLICH IST, IST BEI TURTELTAUBEN UNTAUGLICH. BEI BEGINN DER GLANZFÄRBUNG SIND DIE EINEN UND DIE ANDEREN UNTAUGLICH.
14GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Turteltauben, große sind tauglich und kleine untauglich; junge Tauben, junge sind tauglich und ausgewachsene untauglich. Somit ist das, was bei Turteltauben tauglich ist, bei jungen Tauben untauglich, und was bei jungen Tauben tauglich ist, bei Turteltauben untauglich.
15Die Rabbanan lehrten: Turteltauben, ausgewachsene und nicht junge. Man könnte einen Schluß folgern:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.