Chullin — Blatt 48a
1die Gebärmutter, so ist es tauglich. Ist die Leber madig, — dies ist ein Fall, wegen dessen die Leute von A͑sja dreimal zu den Festvorträgen nach Jabne gingen, und erst am dritten Male erlaubte man es ihnen.
2R. Joseph b. Minjomi sagte im Namen R. Naḥmans: Ist die Lunge an die Wand angewachsen, so ist nichts zu befürchten; befinden sich da Ausschläge, so befürchte man wohl. Mar Jehuda sagte im Namen Abimis, ob so oder so sei zu befürchten.
3Was mache man? Raba erwiderte: Rabin b. Saba erklärte mir folgendes: man hole ein Messer mit einer feinen Schneide und löse sie los; ist an der Wand ein Fehler vorhanden, so führe man es auf diesen zurück, wenn aber nicht, so rührt es von der Lunge her, und es ist totverletzt, selbst wenn keine Luft durchdringt.
4R. Neḥemja, Sohn des R. Joseph, untersuchte sie mit warmem Wasser. Mar Zuṭra, Sohn des R. Ḥona, des Sohnes R. Papis, sprach zu Rabina: Ihr bezieht [die Untersuchung] R. Neḥemjas, Sohnes des R. Joseph, hierauf, wir aber beziehen sie auf die Lehre Rabas. Raba sagte nämlich, wenn zwei Lungenlappen zusammengewachsen sind, gebe es für diese keine Untersuchung, um es als tauglich zu erklären, und in einem solchen Falle untersuchte sie R. Neḥemja, Sohn des R. Joseph, mit warmem Wasser.
5R. Asi wandte ein: Was soll dies: allerdings ist in jenem Falle [die Verletzung] auf die Wand zurückzuführen und somit [das Vieh] tauglich, in diesem Falle aber ist es ja; wenn der eine [Lappen] durchlöchert ist, totverletzt, und wenn der andere durchlöchert ist, totverletzt!? —
6Kann R. Naḥman dies denn gesagt haben, R. Joseph b. Minjomi sagte ja im Namen R. Naḥmans, wenn die Lunge durchlöchert und durch die Wand verstopft ist, sei es tauglich!? — Das ist kein Einwand; eines, wenn an der Stelle ihrer Entwicklung, und eines, wenn außer der Stelle ihrer Entwicklung. —
7Wo ist die Stelle der Entwicklung? — An den Einschnitten der Lappen.
8Der Text. R. Joseph b. Minjomi sagte im Namen R. Naḥmans: Ist die Lunge durchlöchert und durch die Wand verstopft, so ist es tauglich. Rabina sagte: Dies nur dann, wenn sie mit dem Fleische verwachsen ist. R. Joseph sprach zu Rabina: Demnach ist es, wenn sie nicht verwachsen ist, totverletzt, wonach wir annehmen, sie sei durchlöchert, somit sollte dies auch von dem Falle gelten, wenn sie verwachsen ist!?
9Es wird nämlich gelehrt: Ist sie durchlöchert, so ist er untauglich, weil [der Same] abfließt; ist [das Loch] verstopft worden, so ist er tauglich, weil er zeugungsfähig ist. Dies ist ein Fall, in dem der Untaugliche wieder tauglich wird. [Das Wort] ‘dies’ schließt wohl einen solchen Fall aus!? —
10Nein, es schließt die Haut aus, die durch eine Wunde an der Lunge entstanden ist, daß diese nicht als Haut gilt.
11R. U͑qaba b. Ḥama wandte ein: Demnach ist es, wenn [nachher] die Wand durchlöchert wird, totverletzt, somit sollte er auch die Durchlöcherung der Wand lehren!? —
12R. Jiçḥaq b. Joseph sagte im Namen R. Joḥanans, wenn die Galle durchlöchert und durch die Leber verstopft ist, sei es tauglich, wonach es untauglich ist, wenn [nachher] die Leber durchlöchert wird, somit sollte er, nach deiner Auffassung, auch die Durchlöcherung der Leber lehren!?
13Vielmehr lehrt er keinen Fall, wenn die Totverletzung nicht durch diese Durchlöcherung entsteht.
14Rabba b. Bar Ḥana fragte Šemuél: Wie ist es, wenn [an der Lunge] sich Pusteln gebildet haben? Dieser erwiderte: Es ist tauglich. Jener sprach: Auch ich bin dieser Ansicht, jedoch sind sich die Schüler darüber nicht schlüssig. R. Mathna sagte nämlich: Sind sie voll Eiter, so ist es totverletzt, wenn aber mit einer klaren Flüssigkeit, so ist es tauglich. Dieser entgegnete: Dies wurde von der Niere gelehrt.
15R. Jiçḥaq b. Joseph folgte einst R. Jirmeja in der Schlächterstraße und sah [eine Lunge] voll Pusteln. Da sprach er zu ihm: Wünscht der Meister nicht frisches Fleisch? Dieser erwiderte: Ich habe kein kleines Geld. Jener sprach: ich borge für dich. Hierauf erwiderte er: Was soll ich mit dir anfangen? Wenn jemand zu R. Joḥanan kam, schickte er ihn zu R. Jehuda b. R. Šimo͑n; dieser entschied im Namen des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n, es sei erlaubt, jedoch war er selbst nicht dieser Ansicht.
16Raba erzählte: Einst folgten wir R. Naḥman in der Riemerstraße,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.