Chullin — Blatt 61b

1Sollte man doch vom Raben folgern: wie diesen nicht, der zwei hat, ebenso keinen anderen, der zwei hat!? — Demnach brauchte ja der Allbarmherzige Peres und O͑znija nicht zu nennen: wenn man einen mit zwei nicht essen darf, um wieviel weniger einen mit einem. —

2Sollte man doch von Peres und O͑znija folgern!? — Demnach brauchte ja der Allbarmherzige den Adler nicht zu nennen: wenn man einen mit einem nicht essen darf, um wieviel weniger einen, der gar keines hat. Vielmehr darf man nur den Adler nicht essen, der gar keines hat, den aber, der eines hat, darf man essen. —

3Also nur aus dem Grunde, weil der Allbarmherzige den Adler genannt hat, sonst aber würde man von Peres und O͑znija gefolgert haben; aber von Peres und O͑znija lehren ja zwei Schriftverse dasselbe, und von zwei Schriftversen, die dasselbe lehren, ist ja auf andere nicht zu folgern!? —

4Es ist überliefert, der eine [Vogel] habe nicht das [Kennzeichen] des anderen, und der andere nicht das des einen. —

5Merke, es sind ja vierundzwanzig unreine Vögel, und da es nicht möglich ist, daß einer nicht [das Kennzeichen] eines anderen hat, so sind es zwei Schriftverse, die dasselbe lehren!? —

6Es ist überliefert, daß es vierundzwanzig unreine Vögel und vier Zeichen gebe; zwanzig von diesen haben je drei, der Rabe zwei, und Peres und O͑znija je eines, und zwar einer nicht das des anderen. Man könnte nun glauben, man folgere von diesen, daher nennt der Allbarmherzige den Adler, nur den Adler, der keines hat, darf man nicht essen, den aber, der eines hat, darf man essen. —

7Wozu nannte der Allbarmherzige demnach Turteltauben!? R. U͑qaba b. Ḥama erwiderte: Wegen der Opferung. R. Naḥman sagte:

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.