Joma — Blatt 45a

1weil es dem Feingolde gleicht. Gezogenes Gold, weil es wie ein Faden gezogen wird. Massives Gold, weil, wenn es verkauft wird, alle Läden geschlossen werden. Parvajimgold, weil es dem Farrenblute gleicht.

2R. Aši sagte: Es sind fünf, und in jedem ist Gold und gutes Gold enthalten. Ebenso wird gelehrt: An jedem anderen Tage war das Gold gelb, an diesem Tage aber rot; das war nämlich das Parvajimgold, das dem Farrenblute gleicht.

3AN JEDEM ANDEREN TAGE BRACHTE ER EINE HALBE MORGENS &C. AN JEDEM ANDEREN TAGE WAR ES FEIN GESTOSSEN, AN DIESEM ABER VOM ALLERFEINSTEN. Die Rabbanan lehrten: wozu ist dies nötig, es heißt ja bereits: du sollst etwas davon fein zerreiben? Dies besagt also, daß es sehr fein sein muß.

4AN JEDEM ANDEREN TAGE STIEGEN DIE PRIESTER AUF DEN ALTAR ÜBER DIE OSTSEITE DER RAMPE. Der Meister sagte nämlich, daß man bei allen Wendungen, die zu machen sind, sich stets östlich nach rechts wende.

5AN DIESEM TAGE ABER STIEG ER ÜBER DIE MITTE HINAUF UND ÜBER DIE MITTE HERUNTER. Aus welchem Grunde? – Zur Ehrung des Hochpriesters.

6AN JEDEM ANDEREN TAGE WUSCH DER HOCHPRIESTER HÄNDE UND FÜSSE AUS DEM WASCHBECKEN &C. Aus welchem Grunde? – Zur Ehrung des Hochpriesters.

7AN JEDEM ANDEREN TAGE WAREN ES VIER BRANDSTÄTTEN. Die Rabbanan lehrten: An jedem anderen Tage waren es zwei Brandstätten, an diesem Tage aber drei; eine war die große Brandstätte, eine war die zweite Brandstätte des Räucherwerkes, und eine fügte man an diesem Tage hinzu – so R. Jehuda.

8R. Jose sagt, an jedem anderen Tage waren es drei, an diesem Tage aber vier; eine war die große Brandstätte, eine war die zweite Brandstätte des Raucherwerkes, eine war zur Erhaltung des Feuers, und eine fügte man an diesem Tage hinzu.

9R. Meír sagt, an jedem anderen Tage waren es vier, an diesem Tage aber fünf; eine war die große Brandstätte, eine war die zweite Brandstätte des Räucherwerkes, eine war zur Erhaltung des Feuers, eine war für die abends nicht vollständig verbrannten Opferglieder und Schmer, und eine fügte man an diesem Tage hinzu. –

10Über zwei sind also alle einig; woher dies? – Die Schrift sagt: es, das Brandopfer, soll die ganze Nacht auf dem Feuerbrande, auf dem Altar verbleiben, das ist die große Brandstätte; das Altarfeuer soll damit brennend erhalten bleiben, das ist die zweite Brandstätte des Räucherwerkes. – Woher entnimmt R. Jose die Brandstätte zur Erhaltung des Feuers? – Er entnimmt dies aus: das Feuer auf dem Altar soll damit brennend erhalten bleiben. –

11Und R. Jehuda!? – Dies [bezieht er auf das Feuer] zum Anzünden der Späne. Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagte: Woher, daß die Späne nur auf der Höhe des Altars angezündet werden? Es heißt: und das Feuer auf dem Altar soll damit brennend erhalten bleiben. – R. Jose sagte: Woher daß eine Brandstätte zur Erhaltung des Feuers hergerichtet werde? Es heißt: das Feuer auf dem Altar soll damit brennend erhalten bleiben. –

12Woher entnimmt R. Jose das Anzünden der Späne? – Er folgert dies aus [dem Schriftverse], aus dem R. Šimo͑n es folgert. Es wird nämlich gelehrt: Die Kinder Ahrons, des Priesters, sollen Feuer auf den Altar tun, dies lehrt, daß das Anzünden der Späne nur durch einen tauglichen Priester und mit einem Dienstgeräte erfolgen müsse – so R. Jehuda. R. Šimo͑n sprach zu ihm: Könnte man denn auf den Gedanken kommen, daß ein Gemeiner den Altar beträte!? Vielmehr lehrt dies, daß das Anzünden der Späne auf der Höhe des Altars erfolgen müsse. –

13Und R. Jehuda!? – Wenn nur hieraus, so könnte man glauben, er dürfe auf der Erde stehen und [das Feuer] mit einem Blasebalge anfachen, so lehrt er uns. –

14Woher entnimmt es R. Meír hinsichtlich der abends nicht vollständig verbrannten Opfer teile und des Schmers? – Er folgert dies aus: und das Feuer. – Und die Rabbanan!? – Sie deuten das und nicht. –

15Was machte man nach den Rabbanan mit den abends nicht vollständig verbrannten Opferteilen und dem Schmer? – Man legte sie Wieder auf die große Brandstätte. Es wird nämlich gelehrt: Woher, daß man die abends nicht vollständig verbrannten Opferteile und Schmer

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.