Menachot — Blatt 39a

1Vielleicht in dem Falle, wenn man Knoten gemacht hat.

2Ferner sagte Raba: Hieraus ist zu entnehmen, daß der letzte Knoten [eine Bestimmung] der Tora ist: wieso brauchte, wenn man sagen wollte, dies sei nur rabbanitisch, gelehrt zu werden, daß Çiçith in ein Laken [eingeknüpft] werden dürfen, dies ist ja selbstverständlich, ein einzelner Stich gilt ja nicht als Verbindung!? Vielmehr ist zu entnehmen, daß dies [eine Bestimmung] der Tora ist.

3Rabba b. R. Ada sagte im Namen R. Adas im Namen Rabhs: Ist ein Faden vollständig abgerissen, so sind [die Çiçith] untauglich. R. Naḥman saß und trug diese Lehre vor, da wandte Raba gegen R. Naḥman ein: Dies nur von vornherein, später aber, für die zurückbleibenden und verstummelten [Fäden], ist jede [Länge] ausreichend.

4Was heißt zurückbleibend und was heißt verstummelt? Doch wohl zurückbleibend, wenn ein Teil abgerissen und ein Teil vorhanden ist, verstummelt, wenn er vollständig verstummeltist!? –

5Nein, sie gehören zusammen: was verstummeltzurückbleibt. – Sollte er doch nur von verstummelten lehren, wozu von zurückbleibenden!? – Folgendes lehrt er uns: von verstummelten muß soviel zurückbleiben, daß man sie verschlingen kann.

6Raba saß und trug im Namen Rabhs vor: Der Faden, der umgewickelt wird, gehört mit zur Zahl. Da sprach R. Joseph zu ihm: Dies hat Šemuél und nicht Rabh gesagt. Es wurde auch gelehrt: Rabba b. Bar Ḥana sagte: R. Jošija aus Uša sagte mir, der Faden, der umgewickelt wird, gehöre mit zur Zahl.

7Raba saß und trug im Namen Šemuéls vor: Hat man den größeren Teil der Çiçith umwickelt, so sind sie tauglich. Da sprach R. Joseph zu ihm: Dies hat Rabh und nicht Šemuél gesagt. Es wurde auch gelehrt: R. Hona b. Jehuda sagte im Namen R. Šešeths im Namen des R. Jirmeja b. Abba im Namen Rabhs: Hat man den größeren Teil der Çiçith umwickelt, so sind sie tauglich.

8R. Ḥija, Sohn des R. Nathan, lehrte es wie folgt: R. Hona sagte im Namen R. Šešeths im Namen des R. Jirmeja b. Abba im Namen Rabhs: Hat man den größeren Teil der Çiçith umwickelt, so sind sie tauglich, und auch wenn man nur ein Gliedumwickelt hat, sind sie tauglich. Am schönsten sind die Çiçith, wenn die Schnur ein Drittel und der Wedel zwei Drittel beträgt. –

9Wie groß muß das Glied sein? – Es wird gelehrt: Rabbi sagte, man umwickle einmal, wiederum und drittmals. Es wird gelehrt: Wenn wenig, nicht weniger als sieben, wenn viel, nicht mehr als dreizehn.

10Wenn wenig, nicht weniger als sieben, entsprechend den sieben Himmeln; wenn viel, nicht mehr als dreizehn, entsprechend den sieben Himmeln und den sechs Lufträumen zwischen diesen.

11Es wird gelehrt: Man beginnemit den weißen, denn es heißt Zipfel, mit der Art des Zipfels, und man beende ebenfalls mit den weißen, denn beim Heiligen erfolge es aufsteigend und nicht absteigende.

12Einst saßen Rabh und Rabba b. Bar Ḥana beisammen, und an ihnen ging jemand vorüber, der ein vollständig purpurblaues Gewand trug,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.