Nasir — Blatt 50b
1die Schule Šammajs sagt, auch der Brei aus Graupen oder Bohnen, weil er sich zurückzieht.
2Rami b. Ḥama fragte : Gibt es eine Strahlverbindung bei Speisenoder nicht: sagen wir, bei jenenerfolgt dies deshalb, weil sie sich dehnen, diese aber dehnen sich nicht, oder deshalb, weil sie dick sind, und auch diese sind dick?
3Raba erwiderte: Komm und höre: Wenn man ein ganzes Stück Fettvon einem Toten geschmolzen hat, so ist es unrein; wenn es aber zerbröckelt war und man es geschmolzen hat, so ist es rein. Wenn man nun sagen wollte, bei Speisen gebe es keine Verbindung durch den Strahl, so sollte auch ein ganzes Stück, das man geschmolzen hat, reinsein!?
4R. Zera erwiderte: Ich und Mar, der Sohn Rabinas, erklärten es. Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn beim Schmelzen ein Feuerstrahl in das Gefäß gedrungenund es darauf geronnen ist.
5Rabina sprach zu R. Aši: Komm und höre: Die Schule Šammajs sagt, auch der Brei aus Graupen und Bohnen, weil er sich zurückzieht. – Es ist nicht gleich; da erfolgt es, weil er dick ist, hierbei aber, weil er sich dehnt.
6AN EINEM LÖFFEL MODER. Wieviel ist dies? Ḥizqija erklärte, einen Handtellervoll. R. Joḥanan erklärte, einen Handhaufenvoll. – Es wird gelehrt: Der Löffel Verwestes ist zu verstehen, von den Wurzeln der Finger aufwärts– so R. Meír; die Weisen sagen, einen Handhaufen voll.
7Allerdings ist R. Joḥanan der Ansicht der Rabbanan, Ḥizqija aber ist ja weder der Ansicht R. Meírs noch der der Rabbanan!? – Ich will dir sagen, der Handteller und die Fingergelenke aufwärts sind ein Maß.
8R. Šimi b. Ada sprach zu R. Papa: Woher, daß mit ‘Fingergelenke’ aufwärts [die Seite] nach den Spitzen zu verstehen ist, vielleicht die Seite nach der Hand, der Handteller!? – Dies bleibt unentschieden.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.