Nasir — Blatt 51b
1mit dem Samenim Leibe der Mutter: sagen wir, da er noch nicht entwickelt ist, gleiche er ihrem Körper, oder nicht, da er von außen hineingekommen ist?
2R. Papa fragte: Wie verhält es sich mit dem Kote: sagen wir, dieser gehöre, da man ohne zu essen nicht leben kann, zum Körper, oder aber, auch dieser ist von außen hineingekommen? R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, fragte : Wie verhält es sich mit der Haut? R. Hona b. Manoah fragte: Wie verhält es sich mit dem Mund- und Nasenschleime?
3R. Šemuél b. Aḥa sprach zu R. Papa: Wie kann es, wenn man sagen wollte, all diese genannten Dinge gelten als Zusatz, überhaupt vorkommen, daß der Moder unreinist!? – Wenn man [die Leiche] mit Dattelwassergetränkt, mit einem Enthaarungsmittel bestrichen und mit Tiberjaswassergebrüht hat.
4Abajje sagte: Es ist uns überliefert, daß, wenn man eine Leiche gemahlen hat, es bei dieser keinen Moder gebe. Sie fragten : Wie ist es, wenn man sie gemahlen hat und sie darauf vermodert ist: ist es davon abhängig, ob Fleisch, Sehnen und Knochen vorhanden sind, und diese sind vorhanden, oder ist der natürliche Zustand erforderlich, was hierbei nicht der Fall ist? – Dies bleibt unentschieden.
5U͑la b. Ḥanina lehrte: Bei einer unvollständigen Leiche gibt es keinen Moder, keine Erdunterlageund keine Gräber statte.
6Man wandte ein: [Es wird gelehrt :] Nein, wenn diesvon einem Toten gilt, der [verunreinigend ist] durch die größere Hälfte, ein Viertel [Kab Knochen] und einen Löffel Moder, sollte dies auch von einem Lebenden gelten, der durch die größere Hälfte, ein Viertel [Kab Knochen] und einen Löffel Moder nicht [verunreinigend] ist!?
7Dies kommt wohl in dem Falle vor, wenn ein einzelnes Glied vermodert ist, somit ist dem entsprechend bei einer Leiche der Moder eines einzelnen Gliedes [unrein]!? – Es heißt ja nicht: dem entsprechend bei einer Leiche; er sagt nur, daß es bei einem Toten Moderunreinheit gebe, und bei einem Lebenden keine Moderunreinheit gebe.
8Raba fragte : Wie ist es, wenn einem bei Lebzeiten ein Glied vermodert und er darauf gestorbenist: gilt dies nur von der Vermoderung als Leiche, oder aber, gegenwärtig ist er ja tot? –
9Komm und höre: [Es wird gelehrt :] Nein, wenn dies von einem Toten gilt, der [verunreinigend ist] durch die größere Hälfte, ein Viertel [Kab Knochen] und einen Löffel Moder, sollte dies auch von einem Lebenden &c.
10Dies gilt also nur von einem Lebenden, bei einem Toten aber gibt es Moderunreinheit. – Es heißt ja nicht: bei einem Toten aber; er sagt nur, daß es bei einem Toten Moderunreinheit gebe, bei einem Lebenden aber keine Moderunreinheit gebe.
11Raba fragte: Wie verhält es sich bei einer unvollständigen Ameise: bezieht sich die Lehreauf das Quantum, und dieses ist unvollständig, oder bezieht es sich auf das Geschöpf, und dieses istvorhanden?
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.