Nidda — Blatt 18b
1Wenn [eine Frau] über einen Fluß gegangen ist
2und etwas ausgestoßen hat, so bringe sie das Opfer dar, und es werde gegessen, denn man richte sich nach den meisten Frauen, und die meisten Frauen gebären normale Kinder. —
3Wir sprechen nur von Lehren [einer] Mišna, nicht aber von anderen Lehren. —
4Aber als Rabin kam, sagte er ja, R. Jose b. R. Ḥanina erhob einen Einwandaus [der Lehre von] der in Wirrung befindlichen, und er wisse nicht, was dies für ein Einwand sei.
5Doch wohl kein Einwand, sondern eine Stütze!? —
6Nein, vielleicht weder ein Einwand noch eine Stütze. —
7Was schließt diesaus:
8wollte man sagen, dies schließe eine Mehrheit aus, wobei eine Präsumtion vorhandenist, daß man dannkeine Hebe verbrenne, so sagte es ja R. Joḥanan bereits einmal!?
9Wir haben nämlich gelernt: Wenn ein Kind mit Teig in der Hand neben dem Teige angetroffen wird, so ist er nach R. Meír rein und nach den Weisen unrein, weil es die Art eines Kindes ist, herumzuwühlen.
10Hierzu sagten wir: folgendes sei der Grund R. Meírs: die Mehrheit der Kinder pflegt herumzuwühlen und die Minderheit pflegt nicht herumzuwühlen, da aber der Teig sich bisher in der Annahme der Reinheit befand, so verbinde man die Minderheit mit der bisherigen Annahme, und die Mehrheit ist suspekt. —
11Und die Rabbanan!? — Die Minderheit gilt als nicht vorhanden, und von Mehrheit und bisheriger Annahme ist die Mehrheit bedeutender.
12Hierzu sagte Reš Laqiš im Namen R. Oša͑jas, dies sei eine Präsumtion, woraufhin man Hebe verbrenne, und R. Joḥanan sagte, dies sei keine Präsumtion, woraufhin man Hebe verbrenne. —
13Vielmehr dies schließt die Mehrheit [in der Lehre] R. Jehudas aus. Wir haben nämlich gelernt: Wenn [eine Frau] einen Klumpen ausstößt, so ist sie, wenn sie dabei Blutung hat, unrein, wenn aber nicht, rein.
14R. Jehuda sagt, sie sei ob so oder so unrein. Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls: Nach R. Jehuda ist sie unrein nur bei einem Klumpen mit Blut der vier Arten, wenn aber mit Blut der anderen Arten, so ist sie rein. R. Joḥanan aber sagte: Mit Blut der vier Arten ist sie nach aller Ansicht unrein, mit Blut der anderen Arten ist sie nach aller Ansicht rein, und sie streiten nur über den Fall, wenn sie etwas ausgestoßen hat
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.