Schabbat — Blatt 67a
1Gegen dreitägliches Fieber hole man sieben Zweiglein von sieben Dattelpalmen, sieben Späne von sieben Klötzen, sieben Zwekken von sieben Brücken, sieben Kohlen von sieben Öfen, sieben Erdklümpchen aus sieben Türpfannen, sieben Pechstückchen aus sieben Schiffen, sieben Kümmelkörner und sieben Haare vom Barte eines alten Hundes und binde sie an die Halsöffnung mit einer Haarsträhne.
2R. Joḥanan sagte: Gegen heftiges Fieber hole man ein ganz aus Eisen gefertigtes Messer, gehe nach einem Orte, wo sich ein Dornbusch befindet, und binde an diesen eine Haarsträhne.
3Am ersten Tage kerbe man ihn ein wenig ein und spreche: Und der Engel des Herrn erschien ihm &c. Am nächsten Tage kerbe man ihn wieder ein wenig ein und spreche: Und Moše sprach: Ich werde herantreten und schauen. Am folgenden Tage kerbe man ihn wieder ein wenig ein und spreche: Und der Herr sah, daß er herangenaht ist, um zu schauen &c.
4R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Sollte man auch sprechen: Und er sprach: Nähere dich nicht hier &c.!? – Vielmehr, am ersten Tage spreche man: Und der Engel des Herrn erschien und sprach zu Moše. Am nächsten Tage spreche man: Und der Herr sah, daß er herangenaht ist, um zu schauen. Am folgenden Tage spreche man: Und der Herr sprach: Nähere dich nicht hier.
5Hat man dies beendigt, so beuge man ihn nieder und haue ihn ab, und spreche wie folgt: Dorn, Dorn, nicht weil du höher bist, als alle anderen Bäume, ließ der Heilige, gepriesen sei er, seine Göttlichkeit auf dir ruhen, sondern weil du niedriger bist als alle anderen Bäume, ließ der Heilige, gepriesen sei er, seine Göttlichkeit auf dir ruhen. Wie du das Feuer von Ḥananja, Mišaél und A͑zarja gesehen und vor ihnen geflohen bist, so sollst du auch das Feuer des N., Sohnes der N., sehen und vor ihm fliehen.
6Gegen Geschwüre spreche man folgendes: Bazbaziah, Masmasjah, Kaskasjah, Sarlaj und Amarlaj sind Engel, die aus dem Lande Sedom geschickt wurden, um die schmerzhaften Geschwüre zu heilen. Bazakh bezikh bazbazikh masmasikh, kamon kamikh. Behalte dein Aussehen, behalte dein Aussehen, behalte deinen Raum, dein Same werde aufgesogen; und wie ein Maultier nicht fruchtbar ist und sich nicht vermehrt, so pflanze dich nicht fort und vergrößere dich nicht am Körper des N., Sohnes der N.
7Gegen die Besessenheit spreche man folgendes: Gezücktes Schwert, losgelassene Schleuder, sein Name ist nicht Jokhab, Kranke, Schmerzen.
8Gegen das Gespenst spreche man folgendes: … verflucht, zerbrochen und verbannt sei Bar-Ṭiṭ, Bar-Ṭame, Bar-Ṭina, wie Šamgaz, Merigaz und Isṭema.
9Gegen das Gespenst des Abortes spreche man folgendes: Auf dem Kopfe des Löwen und auf der Nase der Löwin fand ich den Dämon Bar-Siriqa Pande; ich schleuderte ihn auf das Porreebeet und schlug ihn mit dem Eselskinn.
10FÜRSTENKINDER MIT GLÖCKCHEN. Wer lehrt dies? R. Oša͑ja erwiderte: Es ist R. Šimo͑n, welcher sagt, alle Israéliten seien Fürstenkinder. Raba sagte: Hier handelt es sich um solche, die am Gewande angewebt sind, nach aller Ansicht.
11MAN DARF MIT EINEM HEUSCHRECKENEI, MIT EINEM FUCHSZAHNE UND MIT EINEM NAGEL VON EINEM GEHENKTEN, ALS HEILMITTEL, AUSGEHEN – SO R. MEÍR; DIE WEISEN VERBIETEN DIES ALS EMORITISCHENBRAUCH SELBST AM ALLTAG.
12GEMARA. MAN DARF MIT EINEM HEUSCHRECKENEI AUSGEHEN. Als Mittel gegen Ohrensausen. MIT EINEM FUCHSZAHNE. Als Mittel für den Schlaf; der eines lebenden für einen, der an Schlafsucht leidet, der eines toten für einen, der an Schlaflosigkeit leidet. MIT EINEM NAGEL VON EINEM GEHENKTEN.
13Als Mittel gegen Entzündung. ALS HEILMITTEL, AUSGEHEN – SO R. MEÍR.
14Abajje und Raba sagen beide: Alles, was als Heilmittel [sichtbar] ist, ist nicht als emoritischer Brauch anzusehen. –
15Ist denn das, was nicht als Heilmittel [sichtbar] ist, als emoritischer Brauch anzusehen, es wird ja gelehrt, daß, wenn ein Baum seine Früchte abwirft, man ihn mit Farbe bestreiche (und färbe) und mit Steinen belaste. Erklärlich ist es, daß man ihn mit Steinen belaste, damit seine Kraft geschwächt werde, was für ein Mittel aber ist das Anstreichen mit Farbe!? –
16Damit die Leute ihn sehen und für ihn um Erbarmen flehen. Es wird nämlich gelehrt: ‘Unrein, unrein’ soll er rufen, er muß sein Leid öffentlich kund tun, damit die Menge für ihn um Erbarmen flehe. Rabina sagte: Wenn wir nun einen Dattelkamm an eine Dattelpalme hängen, so tun wir dies nach der Ansicht dieses Tanna.
17Ein Schüler rezitierte den Emoriterabschnitt vor R. Ḥija b. Abin; da sprach dieser zu ihm: Diese alle sind als emoritische Bräuche anzusehen, ausgenommen folgendes: Wenn einem ein Knochen im Halse stecken bleibt, so hole man etwas von derselben Speise, lege es ihm auf den Nacken und spreche folgendes: Eins, eins, hinab, verschluckt, verschluckt, hinab, eins, eins. Dies ist nicht als emoritischer Brauch zu betrachten.
18Wenn eine Gräte [einem im Halse stecken bleibt], spreche man folgendes: Stecken geblieben wie eine Nadel, eingeschlossen wie ein Panzer, steige hinab, steige hinab.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.