Schabbat — Blatt 82b

1Gehört [der Platz] ihm und dem Götzen, so ist er zu teilen. Steine, Holz und Schutt desselben sind wie ein Kriechtier verunreinigend, denn es heißt: verabscheuen sollst du es &c. R. A͑qiba sagt, wie eine Menstruierende, denn es heißt: wie eine Menstruierende wirst du sie hinstreuen; wie eine Menstruierende durch Tragen verunreinigend ist, ebenso ist auch der Götze durch Tragen verunreinigend. Rabba sagte: Mit hinstreuen meint die Schrift: entfremde ihn dir wie einen Fremdlinge, ‘hinaus’ zu ihnen sagen, du sollst zu ihnen nicht ‘herein’ sagen.

2Rabba sagte: Alle stimmen überein, daß er durch Tragen verunreinigend ist, da er ja mit einer Menstruierenden verglichen wird, ihr Streit besteht nur über eine Steinplatte; R. A͑qiba sagt, wie eine Menstruierende; wie eine Menstruierende durch eine Steinplatte verunreinigend ist, ebenso ist auch der Götze durch eine Steinplatte verunreinigend, und die Rabbanan sagen, wie ein Kriechtier: wie ein Kriechtier durch eine Steinplatte nicht verunreinigend ist, ebenso ist auch der Götze durch eine Steinplatte nicht verunreinigend. –

3Zwecks welcher Halakha wird der Götze nach R. A͑qiba mit einem Kriechtiere verglichen? – Wegen des Zubehörs. – Zwecks welcher Halakha wird er nach den Rabbanan mit einer Menstruierenden verglichen? – Wegen des Tragens. – Sollte ihn der Allbarmherzige doch mit dem Aase vergleichen!? – Dem ist auch so. – Demnach sind ja, wie einzelne Glieder einer Menstruierenden [als solche] nicht verunreinigend sind, auch einzelne Glieder eines Götzen nicht verunreinigend. Wieso fragte nun R. Ḥama b. Gorja, ob einzelne Glieder eines Götzen verunreinigend sind oder nicht, hieraus ist ja zu entscheiden, daß sie nach den Rabbanan nicht verunreinigend sind!? – R. Ḥama b. Gorja fragte es nach R. A͑qiba.

4R. Elea͑zar aber sagte: Alle stimmen überein, daß er durch eine Steinplatte nicht verunreinigend ist, ihr Streit besteht nur über das Tragen; R. A͑qiba sagt, wie eine Menstruierende: wie eine Menstruierende durch Tragen verunreinigend ist, ebenso ist auch der Götze durch Tragen verunreinigend, und die Rabbanan sagen, wie ein Kriechtier: wie ein Kriechtier durch das Tragen nicht verunreinigend ist, so ist auch der Götze durch das Tragen nicht verunreinigend. – Zwecks welcher Halakha wird er nach R. A͑qiba mit einem Kriechtiere verglichen? – Wegen des Zubehörs. – Zwecks welcher Halakha wird er nach den Rabbanan mit einer Menstruierenden verglichen? – Wie einzelne Glieder einer Menstruierenden [als solche] nicht verunreinigend sind, ebenso sind einzelne Glieder eines Götzen nicht verunreinigend. –

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.