Schabbat — Blatt 86a

1Nur in der Form einer viereckigen Tafel ist es erlaubt, sonst aber verboten!? – Da deshalb, um in anderer Hinsicht zu erleichtern, damit nämlich die ausragende Winkelspitze [zur Bepflanzung] erlaubt sei.

2WOHER, DASS EINE FRAU, DIE AM DRITTEN TAGESAMEN AUSGESTOSSEN HAT, UNREIN IST? ES HEISST: seid zum dritten Tage bereit. WOHER, DASS MAN EIN BESCHNITTENES KIND AM DRITTEN TAGE, DER AUF EINEN ŠABBATH FÄLLT, BADEN DARF? ES HEISST: und es geschah am dritten Tage, da sie in Schmerzen lagen. WOHER, DASS MAN DEM FORTZUSCHICKENDEN BOCKEINEN STREIFEN GLÄNZENDER WOLLE AN DEN KOPF BINDET? ES HEISST: wenn euere Sünden purpurrot sind, sollen sie schneeweiß werden. WOHER, DASS DAS SALBEN AM VERSÖHNUNGSTAGE DEM TRINKEN GLEICHT? WENN ES DAFÜR AUCH KEINEN BEWEIS GIBT, SO DOCH EINE ANDEUTUNG: Es kommt wie Wasser in sein Inneres und wie Öl in sein Gebein.

3GEMARA. Der Anfangssatz nicht nach R. Elea͑zar b. A͑zarja und der Schlußsatz nach R. Elea͑zar b. A͑zarja, denn nach R. Elea͑zar b. A͑zarja ist sie ja in dem im Anfangssatze genannten Falle rein!? – Wer [unsere Mišna] nicht auf [einen Streit von] Tannaím zurückführt, lehrt im Anfangssatze, sie sei rein, und addiziert sie ganz R. Elea͑zar b. A͑zarja, und nach dem, der sie auf [einen Streit von] Tannaím zurückführt, vertritt der Anfangssatz die Ansicht der Rabbanan und der Schlußsatz die Ansicht des R. Elea͑zar b. A͑zarja.

4Die Rabbanan lehrten: Die am dritten Tage Samen ausstößt, ist rein – so R. Elea͑zar b. A͑zarja. R. Jišma͑él sagt, zuweilen sind es vier, zuweilen sind es fünf und zuweilen sind es sechs Halbtage. R. A͑qiba sagt, es müssen stets fünf sein, und falls vom ersten Halbtage etwas fehlt, so ist es vom sechsten zu ergänzen.

5Die Schüler sprachen vor R. Papa, wie manche sagen, sprach R. Papa vor Raba: Allerdings ist R. Elea͑zar b. A͑zarja der Ansicht der Rabbanan, welche sagen, daß sie sich am Donnerstag [von ihren Frauen] zurückgezogen haben, ebenso ist R. Jišma͑él der Ansicht R. Joses, welcher sagt, daß sie sich am Mittwoch zurückgezogen haben, wessen Ansicht aber ist R. A͑qiba!? –Tatsächlich ist er der Ansicht R. Joses, und zwar nach der Erklärung des R. Ada b. Ahaba, daß nämlich Moše am frühen Morgen hinaufgestiegen und am frühen Morgen herabgestiegen sei.

6Er ist am frühen Morgen hinaufgestiegen, wie es heißt: und Moše brach am frühen Morgen auf und stieg auf den Berg Sinaj; er ist am frühen Morgen herabgestiegen, wie es heißt: steige hinab und komm dann in Begleitung Ahrons wieder herauf. Man vergleiche das Herabsteigen mit dem Hinaufsteigen: wie das Hinaufsteigen am frühen Morgen geschah, so geschah auch das Herabsteigen am frühen Morgen. –

7Wozu brauchte er ihnen dies zu sagen, R. Hona sagte ja, die Jisraéliten seien heilig und vollziehen den Beischlaf nicht am Tage!? – Raba sagte, in einer dunklen Stube sei es erlaubt. Ferner sagte Raba, nach anderen R. Papa, ein Schriftgelehrter verdunkle [den Raum] mit seinem Gewande, und es ist erlaubt. –

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.