Schevuot — Blatt 10b

1Die Schrift sagt:außer dem Sündopfer der Entsündigung, der äußere gleicht dem inneren.

2R. ŠIMO͑N B. JEHUDA SAGTE IN SEINEM NAMEN &C.

3Die des Neumonds sühnen wohl deshalb nicht das, was die der Feste, weil die SchriftVerfehlung sagt, sie sühnen nur eine Verfehlung, nicht aber zwei Verfehlungen, ebenso sollten doch auch die der Feste nicht das sühnen, was die der Neumonde, denn die Schrift sagt dieses, dieses sühnt die Verfehlung, nicht aber ein anderes!? – [Die Auslegung des Wortes] dieses leuchtet ihm nicht ein. –

4Die der Feste sühnen wohl deshalb nicht das, was der des Versöhnungstages, weil die Schrift sagt: einmal im Jahre; diese Sühne findet nur einmal im Jahre statt, ebenso sollten auch die des Versöhnungstages nicht das sühnen, was die der Feste, denn es heißt einmal, es schafft nur einmal Sühne, nicht aber zweimal!? – [Die Auslegung des Wortes] einmal leuchtet ihm nicht ein. –

5Weshalb? – Das einmal wird beim innerhalb hergerichteten Bocke gebraucht. –Demnach sollten doch auch die der Feste das sühnen, was der des Versöhnungstages, denn das einmal wird beim innerhalb hergerichteten Bocke gebraucht!?

6Tatsächlich leuchtet ihm [die Auslegung des Wortes] einmal wohl ein, jedoch ist es hierbei anders, denn die Schrift sagt:und Ahron soll einmal im Jahre an seinen Hörnern die Sühne vollziehen, die Hörner des inneren Altars schaffen nur einmal im Jahre Sühne, nicht aber zweimal, die des äußeren aber auch zweimal.

7U͑la sagte im Namen R. Joḥanans: [Tiere für das] beständige Opfer, die von der Gemeinde nicht mehr verwendetwerden, werden fehlerfreiausgelöst.

8Einst saß Rabba und trug diese Lehre vor, da sprach R. Ḥisda zu ihm: Wer wird auf dich und auf deinen Meister R. Joḥanan hören; wo sollte denn die ihnen anhaftende Heiligkeit hingekommen sein!?

9Jener erwiderte: Du bist also nicht der Ansicht, daß wir nicht danach fragen, wo denn die ihnen anhaftende Heiligkeit hingekommen sei; aber wir haben ja gelernt: Wofür verwendete man den Überschuß des Räucherwerkes? Man sonderte ihn zur Löhnung für die Verfertiger aus. Man weihte ihn durch den für die Verfertiger bestimmten Lohn aus, den man ihnen als Löhnung gab, und kaufte ihn [für Geld aus der neuen Hebe] zurück.

10Wieso nun, man sollte doch sagen: wo ist denn die ihm anhaftende Heiligkeit hingekommen!? –

11Anders ist es beim Raucherwerke,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.