Sevachim — Blatt 105a

1gehört der kleinere Teil des Gliedes zum größeren, somit ist er mit hinausgekommen, oder gehört er zum Tiere? – Dies bleibt unentschieden.

2Rabba b. R. Hona bezieht dies auf die Personen. Wie ist es, wenn fünf Personen sich damit befaßt haben, von welchen drei hinausgekommen und zwei zurückgeblieben sind: richtet man sich nach der Mehrheit der sich Befassenden oder nach dem Tiere. – Dies bleibt unentschieden.

3R. Elea͑zar fragte: Wie ist es, wenn die zu verbrennenden Farren hinausgekommen und zurückgebracht worden sind: sagen wir, da sie hinausgekommen sind, sind sie verunreinigend geworden, oder aber, sie sind ja zurückgebracht worden?

4R. Abba b. Mamal erwiderte: Komm und höre: Man trug sie auf Stangen hinaus, und sobald die vorderen [Träger] aus der Vorhofmauer hinausgekommen waren, und die hinteren noch nicht, waren die Kleider der vorderen, die aus der Vorhof mauer hinausgekommen waren, unrein; die der hinteren waren nicht eher unrein, als bis sie hinausgekommen waren. Wenn man nun sagen wollte, sobald sie hinauskommen, seien sie unrein, so sollten auch die [Kleider] der hinteren unreinsein.

5Rabina erwiderte: Es heißt:und nachher komme er in das Lager, was hierbeinicht der Fallist. –

6Was fragt R. Elea͑zar demnach!? – In dem Falle, wenn sie [das Tier] auf Stöcken halten.

7Die Rabbanan lehrten: Die [zu verbrennenden] Farren, die [rote] Kuh und der fortzuschickende [Sühne]bockmachen die Kleiderdes Fortbringenden, des Verbrennenden und des Hinausbringenden unrein, sie selberaber machen sie Kleider nicht unrein, wohl aber Speisen und Getränke – so R. Meír. Die Weisen sagen, die [rote] Kuh und die Farren machen Speisen und Getränke unrein, der fortzuschickende [Sühne]bock aber ist überhaupt nicht verunreinigend, denn er lebtja, und Lebendes macht Speisen und Getränke nicht unrein. –

8Einleuchtend ist die Ansicht R. Meírs, nach einer Lehre der Schule R. Jišma͑éls, denn in der Schule R. Jismäels wurde gelehrt:Auf Samen, der gesät wird;

9wie Samen nicht schwer verunreinigendwerden und der Befähigungbenötigen, ebenso benötigt alles andere, was nicht schwer verunreinigend wird, der Befähigung; ausgenommen ist das Aas eines reinen Vogels, es wird schwer verunreinigend und benötigt daher nichtder Befähigung.

10Welcher Ansicht aber sind die Rabbanan: halten sie von der Lehre R. Jišma͑éls, so sollte diesauch vom fortzuschickenden [Sühne]bock gelten, und halten sie davon nichts, so sollte dies auch von der [roten] Kuh und den Farren [nicht] gelten!?

11Als R. Dimi kam, sagte er: Im Westen erklärten sie: sie benötigen der Befähigung zur Unreinheit aus einer anderen Stelle.

12R. Elea͑zar fragte: Machen die zu verbrennenden Farren und Ziegenböcke Speisen und Getränke innerhalb ebenso wie außerhalb unrein: gilt das Fehlen des Hinausbringensals Fehlen einer Handlung oder nicht?

13Nachdem er es gefragt hatte, entschied er, das Fehlen des Hinausbringens gelte als Fehlen einer Handlung.

14R. Abba b. Šemuél fragte R. Ḥija b. Abba: Ist das Aas eines reinen Vogelsin Olivengrößeverunreinigend?

15In dem Falle, wenn es auf der Erde liegt, ist es nichtfraglich, und ebenso nicht in dem Falle, wenn man es im Mundhält, fraglich ist es nur in dem Falle, wenn man es noch in der Handhält. Gilt das Fehlen des Heranbringens als Fehlen einer Handlung oder nicht?

16Nachdem er es gefragt hatte, entschied er,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.