Sevachim — Blatt 95b

1Wolltest du sagen, man vermische ihn mit den sieben Ingredienzen und überstreiche sie alle zusammen, so haben wir ja gelernt, wenn man sie nicht in ihrer Reihenfolgeoder alle sieben zusammen überstrichen hat, sei es ungültig!?

2Wolltest du sagen, man mische ihn einer der Ingredienzen bei, so haben wir ja gelernt, man müsse mit jeder dreimal reiben!? – Vielmehr, man vermische ihn mit nüchternem Speichel. Reš Laqiš sagte nämlich, jeder von diesen werde nüchterner Speichel beigemischt.

3EINERLEI OB MAN DARIN GEKOCHT ODER HEISSES HINEINGESCHÜTTET HAT, OB HOCHHEILIGES ODER MINDERHEILIGES, DAS SCHEUERN UND SPÜLEN IST ERFORDERLICH. R. ŠIMO͑N SAGT, WEGEN DES MINDERHEILIGEN SEI DAS SCHEUERN UND SPÜLEN NICHT ERFORDERLICH.

4GEMARA. Die Rabbanan lehrten:Worin es gekocht wird; ich weiß dies nur vom Kochen, woher dies von dem Falle, wenn man darin Heißes hineingeschüttet hat? Es heißt: worin es gekocht wird, soll zerbrochen werden.

5Rami b. Ḥama fragte: Wie ist es, wenn man esim Lufträume eines Ofens hängen läßt: hat der Allbarmherzige nur auf das Kochen und Einsaugengeachtet, oder auch auf das Kochen ohne Einsaugen?

6Raba erwiderte: Komm und höre: Einerlei ob man darin gekocht oder Heißes hineingeschüttethat. –

7Hinsichtlich des Einsaugens ohne Kochen ist es uns nichtfraglich, fraglich ist es uns hinsichtlich des Kochens ohne Einsaugen. –

8Komm und höre: R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Der Ofen im Tempel war aus Metall; wenn man nun sagen wollte, kochen undeinsaugen, so sollte er doch aus Ton gefertigt worden sein. – Da im Ofen das Übrigbleibende der Speisopfer zu backen war, wobei ein Kochen und ein Einsaugenerfolgte, daher war er aus Metall gefertigt worden.

9Einst wurde ein Ofen mit Fett ausgeschmiert, und Rabba b. Ahilaj verbot das [darin gebackene] Brot für immer, selbst mit Salz zu essen, weil man dazu kommen könnte, es mit Quarkbrei zu essen.

10Man wandte ein: Man darf keinen Teig mit Milch kneten; hat man geknetet, so ist das ganze Brot verboten, wegen der Veranlassung zu einer Übertretung.

11Ebenso darf man einen Ofen nicht mit Schwanzfett schmieren; hat man geschmiert, so ist das ganze Brot verboten, bis man den Ofen [abermals] geheizt hat. Diesist eine Widerlegung des Rabba b. Ahilaj. Eine Widerlegung.

12Rabina sprach zu R. Aši: Wieso lehrte nun Rabh, wo Rabba b. Ahilaj widerlegt worden ist, daß [gebrauchte] Töpfe vor dem Pesahfeste zu zerschlagenseien!? Dieser erwiderte: Rabh bezieht jene Lehre auf einen aus Metall.

13Wenn du aber willst, sage ich: auch auf einen aus Ton, denn der einewird von innen erhitzt und der andere wird von außen erhitzt. –

14Sollte man doch [den Topf] von innen erhitzen!? – Man könnte ihn schonen, damit er nicht platze. Daher ist es bei einem Backherde, da er von außen erhitzt wird, verboten. –

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.