Sukka — Blatt 10b

1davon bis zum Ablaufe des letzten Festtages zu genießen; hat man sich dies vorbehalten, so hängt alles von seinem Vorbehalte ab. – Vielleicht an der Seite.

2Es wurde gelehrt: Die Verzierung der Festhütte verringert die Festhütte nicht. R. Aši sagte: An der Seite verringert sie sie wohl.

3Minjamin, dem Diener R. Ašis, wurde ein Gewand im Wasser durchnäßt, und er breitete es über die Festhütte aus. Da sprach R. Aši zu ihm: Nimm es fort, damit man nicht sage: sie überdachen [die Festhütte] mit einer für Unreinheit empfänglichen Sache. – Man sieht aber, daß es feucht ist!? – Ich meine, sobald es trocken ist.

4Es wurde gelehrt: Ist die Verzierung vier [Handbreiten] entfernt, so ist sie, wie R. Naḥman sagt, brauchbar, und wie R. Ḥisda und Rabba b. R. Hona sagen, unbrauchbar.

5Einst besuchten R. Ḥisda und Rabba b. R. Hona den Exilarchen, und R. Naḥman ließ sie in einer Festhütte schlafen, in der die Verzierung vier Handbreiten entfernt war. Sie schwiegen und sagten dazu nichts. Hierauf sprach er zu ihnen: Sind die Rabbanan von ihrer Lehre zurückgetreten? Da erwiderten sie: Wir sind Boten einer gottgefälligen Handlung und von der Festhütte frei.

6R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Man darf in der Festhütte unter einem Baldachin schlafen, obgleich es ein [flaches] Dach hat, jedoch nur dann, wenn es keine zehn [Handbreiten] hoch ist. –

7Komm und höre: Wer in der Festhütte unter einem Baldachin schläft, hat seiner Pflicht nicht genügt!? – Hier handelt es sich um den Fall, wenn es zehn [Handbreiten] hoch ist.

8Man wandte ein: Wer in der Festhütte unter einem Bett schläft, hat seiner Pflicht nicht genügt!? – Šemuél hat dies ja bereits erklärt, wenn das Bett zehn [Handbreiten] hoch ist. –

9Komm und höre: Oder es über das Himmelbett ausgebreitet, so ist sie unbrauchbar!? – Da ebenfalls, wenn es zehn [Handbreiten] hoch ist. –

10Er lehrt ja aber nicht so!? Es wird nämlich gelehrt: ‘Bettstangen’ sind zwei, das Himmelbett hat vier [Stangen]. Hat man [ein Laken] auf ein Himmelbett ausgebreitet, so ist sie unbrauchbar, wenn auf die Bettstangen, so ist sie brauchbar, nur dürfen die Bettstangen keine zehn [Handbreiten] über das Bett ragen. Demnach gilt dies vom Himmelbett, auch wenn es keine zehn [Handbreiten] hoch ist!? –

11Anders ist es bei einem Himmelbett, da es stabil ist. – Auch eine Festhütte über einer Festhütte ist ja stabil, und Šemuél sagte, der Brauchbarkeitgleiche die Unbrauchbarkeit!? – Ich will dir sagen, da, wo die Festhütte unbrauchbar werden soll, sind zehn [Handbreiten] erforderlich, hierbei aber, wo es als Zelt gelten soll, gilt es als solches auch bei weniger als zehn Handbreiten.

12R. Taḥlipha b. Abimi sagte im Namen Šemuéls: Wer nackt unter einem Baldachinbett schläft, strecke den Kopf aus dem Baldachin und lese das Šema͑.

13Man wandte ein: Wer nackt unter einem Baldachin schläft, darf nicht den Kopf herausstrecken und das Šema͑ lesen!? – Hier handelt es sich um den Fall, wenn es zehn [Handbreiten] hoch ist.

14Dies ist auch einleuchtend, denn im Schlußsatze lehrt er: dies ist ebenso, als wenn jemand sich nackt in einem Zimmer befindet, der nicht den Kopf herausstrecken und das Šema͑ lesen darf. Schließe dies hieraus.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.