Sukka — Blatt 18a
1Jedoch pflichtet R. Meír bei, daß, wenn ein Brett vom anderen Brette die Breite eines Brettes absteht, man dazwischen Abfall lege, und sie ist brauchbar.
2Richtig ist es nun nach demjenigen, welcher sagt, sowohl in der Mitte als auch am Rande vier Ellen, daß sie brauchbar ist; wieso aber ist sie brauchbar nach demjenigen, welcher sagt, in der Mitte vier [Handbreiten]!?
3R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte: Dies gilt von einer Festhütte, die genau acht [Ellen] hat; wenn man ein Brett und Abfall, ein Brett und Abfall, ein Brett und Abfall an der einen Seite, und ein Brett und Abfall, ein Brett und Abfall, ein Brett und Abfall an der an deren Seite legt,
4so sind es zweimal Abfall in der Mitte, wobei sie brauchbar ist.
5Abajje sagte: Wenn eine große Festhütte eine offene Stelle von drei [Handbreiten] hat und man sie verringert, ob durch Rohrstäbe oder durch Spieße, so heißt dies eine Verringerung; bei einer kleinen Festhütte ist dies, wenn mit Rohrstäben, eine Verringerung, und wenn mit Spießen, keine Verringerung.
6Dies nur wenn am Rande, wenn aber in der Mitte, so streiten hierüber R. Aḥa und Rabina; einer sagt, in der Mitte gebe es eine Verbindung, und einer sagt, in der Mitte gebe es keine Verbindung. –
7Aus welchem Grunde sagt der eine, auch in der Mitte gebe es eine Verbindung? – Es wird gelehrt: Wenn ein Querbalken aus einer Wand herausragt und die gegenüberliegende Wand nicht berührt, ebenso wenn zwei Querbalken aus zwei gegenüberliegenden Wänden herausragen und einander nicht berühren, so ist, wenn [der Abstand] weniger als drei [Handbreiten] beträgt, kein anderer Querbalken nötig, beträgt er aber drei [Handbreiten], so ist noch ein anderer Querbalken nötig. –
8Und jener!? – Anders ist es beim Querbalken, der nur eine rabbanitische Anordnung ist. –
9Was ist der Grund desjenigen, welcher sagt, in der Mitte gebe es keine Verbindung? – Wir haben gelernt: Wenn sich in [der Decke] eines Hauses eine Luke befindet, die eine Handbreite im Geviert hat, so ist, wenn sich die Unreinheit im Hause befindet, das ganze Haus unrein, was sich aber gegenüber der Luke befindet, rein; befindet sich die Unreinheit [unten] gegenüber der Luke, so ist das ganze Haus rein.
10Hat die Luke keine Handbreite im Geviert, so ist, wenn sich die Unreinheit im Hause befindet, was sich gegenüber der Luke befindet, rein, und wenn sie sich gegenüber der Luke befindet, das ganze Haus rein. –
11Und jener!? – Anders sind die Unreinheitsgesetze, die so überliefert sind.
12R. Jehuda b. Elea͑j trug vor: Wenn [das Dach eines] Hauses durchbrochen ist und man oben Hüttenbedachung gelegt hat, so ist es [als Festhütte] brauchbar. Da sprach R. Jišma͑él b. Jose vor ihm: Meister, erkläre [deine Worte] ! – So erklärte mein Vater: wenn vier Ellen [von der Wand], so ist sie unbrauchbar, wenn weniger als vier Ellen, so ist sie brauchbar.
13R. Jehuda b. Elea͑j trug vor: Abroma sind [zum Essen] erlaubt. Da sprach R. Jišma͑él b. Jose zu ihm: Meister, erkläre [deine Worte]! Dieser erwiderte: So sagte mein Vater: aus diesem Orte sind sie verboten, aus jenem Orte erlaubt.
14So sagte auch Abajje: Çaḥanta aus dem Flusse Bab sind [zum Essen] erlaubt. – Aus welchem Grunde: wollte man sagen, weil dessen Wasser reißend ist, und der unreine Fisch, da er kein Rückenmark hat, da nicht existieren könne, so sehen wir ja, daß er [in solchem Gewässer] wohl existiert:
15Und wollte man sagen, weil dessen Wasser salzig ist, und der unreine Fisch, da er keine Schuppen hat, da nicht existieren könne, so sehen wir ja, daß er [in solchem Gewässer] wohl existiert!? – Vielmehr, weil dessen Grund keinen unreinen Fisch gedeihen läßt. Rabina sprach: Jetzt aber, wo der Fluß Ethon und der Fluß Gamda in diesen münden, sind sie verboten.
16Es wurde gelehrt: Wenn man auf einen Säulengang, der Latten hat, Hüttenbedachung legt, so ist er [als Festhütte] brauchbar; hat er keine Latten, so ist er, wie Abajje sagt, brauchbar, und wie Raba sagt, unbrauchbar. Abajje sagt, er sei brauchbar,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.