Arachin — Blatt 10a
1und die Schaltung des Jahres beträgt dreißig Tage; im vorigen Jahre setzten wir beide als voll fest, und wenn man drei gegen drei rechnet, gelangt er zur richtigen Stelle. Da sprach jener zu ihm: Leuchte Jisraéls, so war es auch.
2MAN BLIES IM TEMPEL NICHT WENIGER ALS EINUNDZWANZIG TÖNEUND NICHT MEHR ALS ACHTUNDVIERZIG.
3MAN HATTE DA NICHT WENIGER ALS ZWEI UND NICHT MEHR ALS SECHS HARFEN. MAN HATTE DA NICHT WENIDER ALS ZWEI UND NICHT MEHR ALS ZWÖLF FLÖTEN. AN ZWÖLF TAGEN IM JAHRE TÖNTE DIE FLÖTE VOR DEM ALTAR: BEIM SCHLACHTEN DES ERSTEN PESAḤOPFERS, BEIM SCHLACHTEN DES ZWEITEN PESAḤOPFERS, AM ERSTEN TAG DES PESAḤFESTES, AM WOCHENFESTE UND AN DEN ACHT TAGEN DES [HÜTTEN]FESTES. MAN BLIES NICHT AUF EINER PFEIFE AUS KUPFER, SONDERN AUF EINER AUS ROHR, WEIL, DEREN TON ANGENEHMER IST. DER AUSKLANG ERFOLGTE MIT NUR EINER PFEIFE, WEIL ES SO SCHÖNER AUSKLINGT.
4ES WARENSKLAVEN VON PRIESTERN — SO R. MEÍR. R. JOSE SAGT, [LEUTE AUS DEN] FAMILIEN DER PEGARÄER UND DER ÇIPARÄER UND AUS EMMAUS, DIE MIT DER PRIESTERSCHAFT IN HEIRATSVERBINDUNG STANDEN. R. ḤANINA B. ANTIGONOS SAGT, ES WAREN LEVITEN.
5GEMARA. Unsre Mišna vertritt nicht die Ansicht R. Jehudas, denn es wird gelehrt: R. Jehuda sagt, nicht weniger als sieben und nicht mehr als sechzehn. —
6Worin besteht ihr Streit? — R. Jehuda ist der Ansicht, Stoßton, Trillerton und Stoßton gelten zusammen als ein [Ton], und die Rabbanan sind der Ansicht, Stoßton besonders, Trillerton besonders und Stoßton besonders. —
7Was ist der Grund R. Jehudas? — Es heißt: ihr sollt in Stoßtönen blasen, und es heißt: blasen sollen sie in Stoßtönen, somit ist hieraus zu entnehmen, daß Stoßton, Trillerton Und Stoßton zusammen als ein [Ton] gelten. — Und die Rabbanan!? — Dies deutet darauf hin, daß [dem Trillertone] ein einfacher Ton vorangehen und ein einfacher folgen muß. —
8Was ist der Grund der Rabbanan? — Es heißt: und beim Versammeln der Gemeinde sollt ihr blasen und nicht lärmblasen, und wenn man sagen wollte, Stoßton, Trillerten und Stoßton gelten zusammen als ein [Ton], so würde ja der Allbarmherzige gesagt haben, daß man ein halbes Gebot ausübe. — Und R. Jehuda!? — Dies ist nichts weiter als ein Signal.
9Die Lehre R. Kahanas, daß zwischen Stoßton und Trillerton keinerlei [Unterbrechung] erfolgen darf, vertritt also die Ansicht R. Jehudas. — Selbstverständlich!? —
10Man könnte glauben, auch die der Rabbanan, nur schließe sie die Ansicht R. Joḥanans aus, welcher sagt, wer die neun Töne in neun Stunden (am Tage) gehört hat, habe seiner Pflicht genügt, so lehrt er uns. —
11Vielleicht ist dem auch so!? — Wieso hieße es demnach ‘keinerlei’.
12AN ZWÖLF TAGEN IM JAHR TÖNTE DIE FLÖTE &C. Weshalb gerade an diesen? — Weil an diesen der einzelne das Loblied vollständig liest.
13R. Joḥanan sagte nämlich im Namen des R. Šimo͑n b. Jehoçadaq: Achtzehn Tage sind es, an denen der einzelne das Loblied vollständig lese: die acht Tage des [Hütten]festes, die acht Tage des Ḥanukafestes, der erste Tag des Pesaḥfestes und der erste Tag des Wochenfestes. In der Diaspora sind es einundzwanzig Tage: die neun Tage des [Hütten]festes, die acht Tage des Ḥanukafestes, die zwei Tage des Pesaḥfestes und die zwei Tage des Wochenfestes. —
14Weshalb wird es am [Hütten]feste jeden Tag gelesen, am Pesaḥfeste aber nicht jeden Tag gelesen? —
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.