Arachin — Blatt 13b

1im Lämmerstalle sein, die vier Tage vor der Schlachtung untersucht worden sind. Hier ist die Ansicht des Ben Bag Bag vertreten, denn es wird gelehrt: Ben Bag Bag sagte: Woher, daß das beständige Opfer vier Tage vor dem Schlachten untersucht werden muß?

2Hierbei heißt es: sollt ihr wahren, mir zur bestimmten Zeit darzubringen, und dort heißt es: und es bleibe euch zur Verwahrung bis zum vierzehnten Tage dieses Monats, wie dort vier Tage vor dem Schlachten eine Untersuchung erforderlich war, ebenso ist hierbei vier Tage vor dem Schlachten eine Untersuchung erforderlich.

3Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: wie für einen Šabbath, er lehrt aber nicht: für einen Šabbath. Schließe hieraus.

4ZWEI TROMPETEN &C. Bis wieviel? R. Hona, manche sagen R. Zabdi im Namen R. Honas, erwiderte: Bis hundertundzwanzig, denn es heißt: mit ihnen Priester hundertundzwanzig auf Trompeten blasend.

5NEUN HAUFEN &C. ZYMBELN NUR EINE. Woher dies? R. Asi erwiderte: Die Schrift sagt: und Asaph spielte auf Zymbeln. — Zymbeln sind ja zwei!? — Da sie eine Arbeit leisten und ein Mensch dabei tätig ist, nennt er sie eine.

6ES WAREN NICHT WENIGER ALS ZWÖLF LEVITEN, DIE AUF DER ESTRADE STANDEN, UND MEHR UNBEGRENZT. EIN MINDERJÄHRIGER DURFTE NICHT DEN TEMPELHOF ZUM TEMPELDIENSTE BETRETEN, AUSSER WENN DIE LEVITEN BEIM TEMPELGESANGE WAREN. AUCH DURFTEN SIE NICHT MIT LAUTE UND HARFE BEGLEITEN, SONDERN NUR MIT DEM MUNDE, UM DEM TONE LIEBLICHKEIT ZU VERLEIHEN.

7R. ELIE͑ZER B. JA͑QOB SAGTE: SIE WURDEN NICHT MITGEZÄHLT, AUCH DURFTEN SIE NICHT DIE ESTRADE BESTEIGEN, VIELMEHR STANDEN SIE AUF DER ERDE UND IHRE KÖPFE REICHTEN ZU DEN FÜSSEN DER LEVITEN: MAN NANNTE SIE DIE LEVITENQUÄLER.

8GEMARA. Wem entsprechen diese? R. Papa erwiderte: Entsprechend den neun Harfen, zwei Lauten und einer Zymbel, wie es heißt: er und seine Söhne zwölf.

9EIN MINDERJÄHRIGER DURFTE NICHT DEN TEMPELHOF ZUM TEMPELDIENSTE BETRETEN, AUSSER WENN DIE LEVITEN &C. Woher dies? R. Joḥanan erwiderte: Die Schrift sagt: und Jošua͑ trat auf und seine Söhne und seine Brüder, Qadmiél und seine Söhne, die Söhne Jehudas, wie ein Mann, vorzustehen den Arbeiten im Gotteshause &c.

10AUCH DURFTEN SIE NICHT MIT LAUTE UND HARFE BEGLEITEN, SONDERN NUR MIT DEM MUNDE &C. Demnach sind Psalter und Harfe von einander verschieden, somit vertritt unsre Mišna nicht die Ansicht R. Jehudas, denn es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Die Harfe im Tempel hatte sieben Saiten, denn es heißt: der Freuden Fülle ist vor deinem Antlitze, und man lese nicht soba͑ [Fülle] sondern šeba͑ [sieben].

11Die der messianischen Tage hat acht, denn es heißt: dem Sangmeister auf dem Achter, auf der achten Saite.

12Die der zukünftigen Welt hat zehn, denn es heißt: auf dem Zehnsaitigen und auf dem Psalter, auf dem Getöne der Harfe.

13Ferner heißt es, danket dem Herrn mit der Harfe, mit dem zehnsaitigen Psalter spielet ihm; singet ihm ein neues Lied. —

14Du kannst auch sagen, die des R. Jehuda, denn da sie in der zukünftigen Welt mehr Saiten hat und ihr Ton kräftig ist, wie der des Psalters, nennt er sie Psalter.

15R. ELIE͑ZER B. JA͑QOB SAGTE: SIE WURDEN NICHT MITGEZÄHLT &C. Es wird gelehrt: Man nannte sie Levitengehilfen. — Und unser Autor!? — Da diese eine feine Stimme und jene eine grobe Stimme hatten, sodaß diese sie tief stimmen konnten, jene sie aber nicht tief stimmen konnten, nennt er sie Quäler.

16ES GIBT BEI DEN SCHÄTZUNGEN ERLEICHTERUNG UND ERSCHWERUNG, BEIM ERBBESITZFELDE ERLEICHTERUNG UND ERSCHWERUNG, BEIM VERWARNTEN OCHSEN, DER EINEN SKLAVEN GETÖTET HAT, ERLEICHTERUNG UND ERSCHWERUNG, UND BEIM NOTZÜCHTER, BEIM VERFÜHRER UND BEIM VERLEUMDER ERLEICHTERUNG UND ERSCHWERUNG.

17WIESO ERLEICHTERUNG UND ERSCHWERUNG BEI DEN SCHÄTZUNGEN? WER DIE SCHÄTZUNG DES SCHÖNSTEN IN JISRAÉL ODER DES HÄSSLICHSTEN IN JISRAÉL GELOBT HAT, GEBE FÜNFZIG SELA͑. SAGTE ER ABER: ICH [GELOBE] SEINEN GELD[WERT], SO GEBE ER SEINEN GELDWERT.

18GEMARA. WIESO ERLEICHTERUNG UND ERSCHWERUNG BEI DEN SCHÄTZUNGEN? WER GELOBT HAT DIE SCHÄTZUNG &C. Nur in Jisraél, nicht aber unter Nichtjuden,

19somit wäre anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht R. Meírs vertritt, denn wir haben gelernt: R. Meír sagt, [ein Nichtjude] könne geschätzt werden, nicht aber schätzen. —

20Du kannst auch sagen, die des R. Meír, denn dies gilt auch von einem Nichtjuden,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.