Arachin — Blatt 19a

1es sollte ja ‘männlich’ und ‘weiblich’ heißen. —

2Weshalb wird ein Weib, wenn es alt ist, mit einem Drittel bewertet, ein Mann aber nicht mit einem Drittel bewertet? Ḥizqija erwiderte: Die Leute pflegen zu sagen: Ein Greis im Hause, eine Last im Hause; eine Greisin im Hause, ein Schatz im Hause.

3WENN JEMAND SAGT, ER GELOBE SEIN GEWICHT, SO GEBE EU SEIN GEWICHT, WENN SILBER, IN SILBER, WENN GOLD, IN GOLD. EINST SAGTE DIE MUTTER DER JERMAṬJA, SIE GELOBE DAS GEWICHT IHRER TOCHTER; HIERAUF KAM SIE NACH JERUŠALEM, WO MAN SIE WOG, UND SIE GAB IHR GEWICHT IN GOLD.

4[SAGT JEMAND,] ER GELOBE DAS GEWICHT SEINER HAND, SO FÜLLE ER, WIE R. JEHUDA SAGT, EIN FASS MIT WASSER UND STECKE SIE BIS ZUM ELLENBOGEN HINEIN, SODANN WIEGE ER SOVIEL FLEISCH VON EINEM ESEL MIT KNOCHEN UND SEHNEN UND TUE ES HINEIN, BIS ES WIEDER VOLL WIRD. R. JOSE SPRACH: WIE IST ES SO ABZUPASSEN MÖGLICH, DASS DAS FLEISCH DEM FLEISCHE UND DIE KNOCHEN DEN KNOCHEN GENAU ENTSPRECHEN? VIELMEHR SCHÄTZE MAN DIE HAND, WIEVIEL SIE WOHL WIEGEN MAG.

5GEMARA. Was heißt: wenn Silber, in Silber, wenn Gold, in Gold? R. Jehuda erwiderte: Nannte er Silber, in Silber, nannte er Gold, in Gold. — Selbstverständlich!? — Folgendes lehrt er uns: nur wenn er es genannt hat, wenn er es aber nicht genannt hat, kann er sich mit irgend etwas befreien.

6Dies nach Reḥaba, denn Reḥaba sagte: In Orten, wo man Pech wiegt, kann er sich sogar mit Pech befreien. — Selbstverständlich!? — Dies ist wegen des Falles nötig, wenn mancher es wiegt und mancher es mißt; man könnte glauben, damit nicht, weil nicht alle es wiegen, so lehrt er uns.

7R. Papa sagte: In Orten, wo man Zwiebeln wiegt, kann er sich sogar mit Zwiebeln befreien. — Selbstverständlich!? — Dies ist deshalb nötig, weil man nach dem Wiegen zwei oder drei hinzufügt; man könnte glauben, dadurch werde das Wiegen aufgehoben, so lehrt er uns.

8EINST SAGTE DIE MUTTER DER JERMAṬJA &C. Ein Tatfall zur Widerlegung!? —

9[Die Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: Ist es ein angesehener Mann, so hat es, auch wenn er nichts genannt hat, nach seiner Würde zu erfolgen. Einst sagte die Mutter der Jermatja, sie gelobe das Gewicht ihrer Tochter; hierauf kam sie nach Jerušalem, wo man sie wog, und sie gab ihr Gewicht in Gold.

10R. Jehuda sagte: Sagt jemand, er gelobe seine Statur, so gebe er einen Stab, der nicht zu biegen ist; sagte er: die Höhe seiner Statur, so gebe er einen Stab, der zu biegen ist. Man wandte ein: Sagte jemand, er gelobe seine Statur, oder: die Höhe seiner Statur, so gebe er einen Stab, der nicht zu biegen ist!? —

11Er ist der Ansicht R. A͑qibas, der es mit der überflüssigen Redewendung genau nimmt. Wir haben nämlich gelernt: Nicht den Brunnen und nicht die Zisterne, obgleich er ‘Tiefe und Höhe’ geschrieben hat. Er muß sich aber einen Weg zu diesen kaufen— so R. A͑qiba;

12die Weisen sagen, er brauche dies nicht. Jedoch pflichtet R. A͑qiba bei, daß, wenn er ‘außer diesen’ gesagt hat, er sich den Weg nicht zu kaufen brauche. Demnach wollte er, da er es nicht zu sagen brauchte, es aber gesagt hat, etwas hinzufügen, ebenso wollte er hierbei, da er es nicht zu sagen brauchte, es aber gesagt hat, etwas hinzufügen.

13Sie fragten: Wie ist es, wenn [er gesagt hat:] meine Stehe,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.