Arachin — Blatt 18b
1wie es auch heißt: von seinem Kopfe bis zu seinen Füßen, Kopfe, und der Kopf ist nicht einbegriffen, Füßen, und die Füße sind nicht einbegriffen,
2so heißt es: bis zum einundzwanzigsten Tage des Monats am Abend. Rabbi sagt, dies sei nicht nötig: ersten, und der erste ist einbegriffen, siebenten, und der siebente ist einbegriffen. —
3Du kannst auch sagen, die des Rabbi, denn die Schriftworte sind schwebend. Merke, es heißt ja: von einem Monat bis zu fünf Jahren, wieso weiter: von fünf Monaten bis zu zwanzig Jahren? — Sie sind also schwebend.
4Der Meister sagte: Kopf, und der Kopf ist nicht einbegriffen, Füßen, und die Füße sind nicht einbegriffen. Woher dies? — Wenn du willst, sage ich: weil die Kennzeichen des Körpers anders sind als die Kennzeichen des Kopfes, und wenn du willst, sage ich: [es heißt:] soweit die Augen des Priesters sehen.
5R. ELIE͑ZER SAGT, NUR WENN EINEN MONAT UND EINEN TAG ÜBER DAS JAHR HINAUS. Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Hier heißt es: und darüber, und dort heißt es: einen Monat und darüber, wie dort von einem Monat und einem Tage an, ebenso hier einen Monat und einen Tag. —
6Vielleicht aber, wie dort: wie dort einen Tag, ebenso hier einen Tag!? — Welche Bedeutung hätte demnach die Wortanalogie.
7Die Rabbanan lehrten: Das Jahr beim Heiligen, das Jahr bei den Häusern einer ummauerten Stadt, die zwei Jahre beim Erbbesitzfelde, die sechs Jahre beim hebräischen Sklaven und ebenso die bei einem Sohn und bei einer Tochter sind sämtlich von Stunde bis Stunde zu verstehen.
8Woher dies vom Jahre beim Heiligen? R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Die Schrift sagt: ein Lamm in seinem, ersten Jahre, nach seinem Jahre, nicht aber nach dem Kalenderjahre. —
9Vom Jahre bei den Häusern einer ummauerten Stadt? — Es heißt: bis sein Verkaufsjahr zuende ist, sein Verkaufsjahr, nicht aber das Kalenderjahr. —
10Von den zwei Jahren beim Erbbesitzfelde? — Es heißt: nach der Zahl der Ertragsjahre soll er dir verkaufen; es kann vorkommen, daß jemand drei Ernten in zwei Jahren genießt. —
11Von den sechs beim hebräischen Sklaven? — Es heißt: sechs Jahre soll er dienen und im siebenten; es kommt also vor, daß er auch im siebenten dient. —
12In welcher Hinsicht bei einem Sohne und bei einer Tochter von Stunde bis Stunde? R. Gidel erwiderte im Namen Rabhs: Hinsichtlich des Schätzgelübdes. R. Joseph erwiderte: Hinsichtlich [der Lehren im] Abschnitte von der Seitengeburt.
13Abajje sprach zu R. Joseph: Streitet ihr? Dieser erwiderte: Nein, ich sage eines und er sagt anderes. Dies ist auch einleuchtend; wieso kann man sagen, sie streiten, wer hinsichtlich der Schätzgelübde sagt, nach dem gelte es nicht von [den Lehren im Abschnitte] von der Seitengeburt, Rabh sagt ja, die Halakha sei bei allen Lehren in jenem ganzen Abschnitte: von Stunde bis Stunde. —
14Weshalb sagt demnach derjenige, der hinsichtlich der Schätzgelübde sagt, nicht hinsichtlich [der Lehren im Abschnitte] von der Seitengeburt? — Gleich jenen, wie jene [in der Tora] geschrieben sind, ebenso diese, die geschrieben sind. —
15Und jener!? — Wenn man sagen wollte, die geschrieben sind, wieso heißt es demnach ‘Sohn’ und ‘Tochter’,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.