Arachin — Blatt 4b

1ich weiß dies nur von einem Manne, der den Schätzungswert gelobt hat, ob von einem Manne oder von einem Weibe, woher dies von einem Weibe, das den Schätzungswert eines Mannes gelobt hat, von einem Weibe, das den Schätzungswert eines Weibes gelobt hat? Es heißt Seelen.

2Eine andre Auslegung: Seelen, dies schließt den Widerwärtigen und den Grindigen ein.

3Man könnte nämlich auslegen: ein Gelübde nach deiner Wertschätzung, wer einen Geldwert hat, sei beim Schätzgelübde einbegriffen, und wer keinen Geldwert hat, sei beim Schätzgelübde nicht einbegriffen, so heißt es Seelen.

4Und es sei deine Wertschätzung, dies schließt den Geschlechtslosen und den Zwitter hinsichtlich des Geldwertes ein. Man könnte nämlich auslegen: ein Gelübde nach deiner Wertschätzung, wer beim Schätzgelübde einbegriffen ist, habe einen Geldwert, und wer beim Schätzgelübde nicht einbegriffen ist, habe keinen Geldwert, so heißt es es sei deine Wertschätzung,

5Der Mann; ein Mann, nicht aber ein Geschlechtsloser und ein Zwitter. Man könnte glauben, sie seien nicht einbegriffen bei der Wertschätzung eines Mannes, wohl aber bei der Wertschätzung eines Weibes, so heißt es: es sei deine Wertschätzung, der Mann, und wenn ein Weib, entschieden Mann oder entschieden Weib, nicht aber der Geschlechtslose und der Zwitter.

6Der Meister sagte: Nach deiner Wertschätzung, dies schließt die unbezeichnete Wertschätzung ein.

7Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand gesagt hat, er nehme auf sich [die Spende] einer (unbezeichneten) Wertschätzung, so gebe er das niedrigste der Wertschätzung. — Was heißt das niedrigste? — Drei Šeqel. —

8Vielleicht fünfzig!? — Ergreifst du viel, so hast du nichts ergriffen, ergreifst du wenig, so hast du es ergriffen. —

9Vielleicht einen Šeqel, denn es heißt: und all deine Wertschätzung sei nach dem Šeqel des Heiligtumes!? — Dies steht bei Vermögens [losigkeit] geschrieben. —

10Wozu ist demnach der Schriftvers nötig!? R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Dies besagt, daß hierbei Vermögens[losigkeit] nicht berücksichtigt wird. — Weshalb? — Weil es ebenso ist, als hätte er [eine Person] genannt.

11Manche lesen: R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Hierbei wird die Vermögens[losigkeit] berücksichtigt. — Selbstverständlich!? — Man könnte glauben, es sei ebenso als hätte er es bezeichnet, so lehrt er uns.

12«Eine andre Auslegung. Nach deiner Wertschätzung; er gebe den Schätzungswert des ganzen [Körpers] und nicht den Schätzungswert einzelner Glieder.» Du hast dies ja auf die unbezeichnete Wertschätzung bezogen!? — Lies hierbei Wertschätzung, deine Wertschätzung.

13«Man könnte glauben, auszuschließen sei auch das, woran die Seele hängt, so heißt es Seelen. Seelen, nicht aber einen Toten.»

14Du hast es ja bereits ausgelegt!? — Lies hierbei Seele, Seelen.

15«Man könnte den Toten ausschließen und nicht den Sterbenden, so heißt es: er stelle hin und schätze.»

16Demnach ist ja auch der Tote auszuschließen durch [die Worte]: er stelle hin und schätze!? — Dem ist auch so. — Wozu ist demnach [die Auslegung] Seele, Seelen nötig!? — Wie wir weiter erklären werden.

17«Eine andre Auslegung: Seelen, ich weiß dies nur von dem, der den Schätzungswert von einem gelobt hat, woher dies von dem, der den Schätzungswert von hundert gelobt hat? Es heißt Seelen.

18Eine andre Auslegung: Seelen, ich weiß dies nur von einem Manne, der den Schätzungswert gelobt hat, ob von einem Manne oder von einem Weibe, woher dies von einem Weibe, das den Schätzungswert eines Mannes gelobt hat, von einem Weibe, das den Schätzungswert eines Weibes gelobt hat? Es heißt Seelen.

19Eine andre Auslegung: Seelen, dies schließt den Widerwärtigen und den Grindigen ein.» Du hast es ja für jene [Auslegungen] verwendet!? —

20Für jene ist kein Schriftvers nötig, denn sie sind gleichwiegend und können alle gefolgert werden, nötig ist der Schriftvers nur wegen eines Widerwärtigen und Grindigen.

21«Und es sei deine Wertschätzung, dies schließt den Geschlechtslosen und den Zwitter hinsichtlich des Geldwertes ein.» Wozu ist ein Schriftvers wegen des Geldwertes nötig, diese sind ja nicht weniger als eine Dattelpalme, und hat jemand, der den Wert einer Dattelpalme gelobt, diesen nicht zu geben!?

22Raba erwiderte: Dies besagt, daß nach der Bedeutung zu schätzen ist.

23Da es heißt: Gelübde nach deiner Wertschätzung, so könnte man glauben, wer bei der Wertschätzung einbegriffen ist, dem werde [das Glied] nach der Bedeutung geschätzt, und wer bei der Wertschätzung nicht einbegriffen ist, dem werde es nicht nach der Bedeutung geschätzt.

24Abajje sprach zu ihm: Wird es denn bei dem, der in der Wertschätzung nicht einbegriffen ist, nach der Bedeutung geschätzt, es wird ja gelehrt: [Sagt jemand:] der Kopf dieses Sklaven sei Heiliges, so sind er und das Heiligtum Teilhaber an ihm. [Sagt jemand:] der Kopf des Sklaven sei dir verkauft, so schätze man zwischen ihnen. [Sagt jemand:] der Kopf dieses Esels sei Heiliges, so sind er und das Heiligtum Teilhaber an ihm. [Sagt jemand:] der Kopf des Esels sei dir verkauft, so schätze man zwischen ihnen.

25[Sagt jemand:] der Kopf der Kuh sei dir verkauft, so hat er nur den Kopf der Kuh verkauft. Und noch mehr, selbst wenn [er sagt:] der Kopf der Kuh sei Heiliges, gehört dem Heiligtume nur der Kopf. Hierzu sagte R. Papa: Weil ein Kuhkopf beim Schlächter verkauft wird.

26Esel und Kuh sind ja bei der Wertschätzung nicht einbegriffen und bei ihnen wird es nicht nach der Bedeutung geschätzt!? — Auch nach deiner Auffassung ist ja hinsichtlich des Sklaven einzuwenden: er ist ja bei der Wertschätzung einbegriffen, und bei ihm wird es nicht nach der Bedeutung geschätzt.

27Vielmehr ist dies kein Einwand; eines gilt vom Heiligen für den Altar und eines vom Heiligen für den Tempelreparaturfonds. —

28Wie ist, wenn du dies auf das Heilige für den Altar beziehst, der Schlußsatz zu erklären: und noch mehr, selbst wenn [er sagt:] der Kopf dieser Kuh sei Heiliges, gehört dem Heiligtume nur der Kopf. Weshalb denn, die Heiligkeit sollte doch auf das ganze ausgedehnt werden!? Es wird ja auch gelehrt: Man könnte glauben,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.