Avoda Sara — Blatt 67a
1stimmen alle überein, daß es verboten sei, und bei kaltem Brote und einem verspundeten Fasse stimmen alle überein, daß es erlaubt sei, und sie streiten nur über warmes Brot auf einem verspundeten Fasse und über kaltes Brot auf einem offenen Fasse, und in unserem Falle ist es ja ebenso wie bei warmem Brote auf einem offenen Fasse.
2DIE REGEL HIERBEI IST: WENN EIN GESCHMACK VERLIEHEN WIRD &C. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: So ist die Halakha.
3Ferner sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls: Sie lehrten dies nur von dem Falle, wenn er in heiße Graupen gekommen ist. wenn aber in kalte Graupen und sie nachher gewärmt worden sind, so ist es ebenso, als würde [der Geschmack] zuerst verbessert und nachher verschlechtert worden sein, und sie sind verboten.
4Ebenso sagte Rabin, als er kam, im Namen des Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans, dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn er in heiße Graupen gekommen ist, wenn aber in kalte Graupen und sie nachher gewärmt worden sind, so ist es ebenso, als würde [der Geschmack] zuerst verbessert und nachher verschlechtert worden sein, und sie sind verboten. Ebenso sagte auch R. Dimi, als er kam &c. So wurden sie in Sepphoris am Vorabend des Šabbaths zubereitet, und man nannte [diese Speise] Kressespeise.
5Reš Laqiš sagte: Wenn sie von einer verschlechternden Geschmacksverleihung sprechen, so ist dies nicht zu verstehen, wenn in dieser Speise Salz fehlt, oder Salz zuviel ist, oder in dieser Gewürze fehlen, oder Gewürze zuviel sind, sondern wenn nichts fehlt und sie dennoch deshalb nicht gegessen wird.
6Manche lesen: Reš Laqiš sagte: Wenn sie hier von einer verschlechternden Geschmacksverleihung sprechen, so ist dies nicht zu verstehen, wenn in dieser Speise Salz fehlt oder Salz zuviel ist, oder in dieser Gewürze fehlen oder Gewürze zuviel sind, sondern wenn sie nur jetzt verschlechternd ist.
7R. Abahu sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn der Geschmack und der Stoff [des Verbotenen] wahrgenommen wird, so ist es verboten und man wird dieserhalb gegeißelt wegen [des Essens] eines olivengroßen Quantums in einer Zeit, während welcher man ein Peras essen kann;
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.