Avoda Sara — Blatt 9a
1Das persische Reich herrschte vierunddreißig Jahre während des Bestehens des Tempels, das griechische Reich herrschte hundertundachtzig Jahre während des Bestehens des Tempels, das Haus der Ḥasmonäer herrschte hundertunddrei Jahre während des Bestehens des Tempels und das Haus der Herodianer herrschte hundertunddrei Jahre; von da ab rechne man seit der Zerstörung des Tempels.
2Demnach waren es ja zweihundertundsechs Jahre, und du sagst, es seien hundertundachtzig gewesen!? Vielmehr ist anzunehmen, daß er die sechsundzwanzig Jahre, während welcher sie Jisraél die Treue bewahrt hatten, nicht zu den Jahren zählt, während welcher die ruchlose Regierung sich über Jisraél gestürzt hatte.
3R. Papa sagte: Wenn dieser Autor in Zweifel ist und die Zahl der einzelnen Jahre nicht kennt, so frage er einen Schreiber, welches Jahr er jetzt schreibt und füge zwanzig Jahre hinzu, sodann wird er das Gewünschte finden. Als Merkzeichen diene dir [der Schriftvers:] zwanzig Jahre bin ich nun in deinem Hause.
4Wenn ein Schreiber in Zweifel ist, so frage er den Autor, welches Jahr er zählt, und ziehe zwanzig Jahre ab, sodann wird er das Gewünschte finden. Als Merkzeichen diene dir: der Schreiber kargt und der Autor fügt hinzu.
5In der Schule Elijahus wurde gelehrt: Sechstausend Jahre wird die Welt bestehen; zweitausend Jahre der Nichtigkeit, zweitausend Jahre der Tora und zweitausend Jahre der messianischen Zeit; wegen unserer zahlreichen Sünden aber sind schon viele von diesen verstrichen. —
6Wann beginnen die zweitausend der Tora: wollte man sagen, seit der Gesetzgebung bis jetzt, so sind es ja weniger, und wenn du nachrechnest, so gehören ja auch viele Einzeljahre von diesem Tausend zu jenen zwei Jahrtausenden!? —
7Vielmehr, seit: und die Seelen, die sie in Ḥaran angeworben hatten, und es ist uns überliefert, daß Abraham dann zweiundfünfzig Jahre alt war.
8Du hattest vierhundertachtundvierzig Jahre zu wenig, und wenn du die Zeit seit der Anwerbung der Seelen in Haran bis zur Gesetzgebung ausrechnest, so findest du, daß sie vierhundertachtundvierzig Jahre beträgt.
9R. Papa sagte: Wenn der Autor in Zweifel ist und die Einzeljahre nicht kennt, so frage er einen Schreiber, weiche Jahreszahl er schreibt, und füge achtundvierzig hinzu, sodann findet er das Gewünschte. Als Merkzeichen diene dir [der Schriftvers]
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.