Bava Batra — Blatt 108b
1und zweitens heißt es: wenn jemand stirbt und keinen Sohn hinterläßt!? –
2Da [der Autor diesen Fall] durch eine Schriftdeutung folgert, so bevorzugt er ihn. –
3Was ist dies für eine Schriftdeutung? – Es wird gelehrt:Blutsverwandten, das ist der Vater; dies lehrt, daß der Vater den Brüdern vorgehe. Man könnte glauben, er gehe auch seinem Sohne vor, so heißt es : der nächste, der Nächstverwandte geht vor. –
4Was veranlaßt dich, den Sohn einzuschließen und den Bruder auszuschließen? – Ich schließe den Sohn ein, da er an Stelle seines Vaters tritt hinsichtlich der Bestimmung und des Erbbesitzfeldes. –
5Im Gegenteil, man sollte doch den Bruder einschließen, der an Stelle seines Bruders tritt bei der Schwagerehe!? – Die Schwagerehe erfolgt nur dann, wenn kein Sohn vorhanden ist, ist aber ein Sohn vorhanden, so erfolgt auch keine Schwagerehe. –
6Also nur wegen dieser Entgegnung, sonst aber könnte man glauben, der Bruder gehe vor, aber es sollte doch schon der Umstand ausreichen,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.