Bava Batra — Blatt 14b
1die Bruchstücke der Tafeln ein, die ebenfalls in der Lade lagen. Wieso kann man nun sagen, der Umfang einer Torarolle betrage sechs Handbreiten: merke, was einen Umfang von drei Handbreiten hat, hat ja einen Durchmesser von einer Handbreite, und da die Torarolle auf die Mitte zusammengerollt wird, nimmt sie ja durch die Teilung mehr als zwei Handbreiten ein, wieso konnte sie nun in einem Raume von zwei Handbreiten liegen!?
2R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Die Torarolle des Tempelhofes war auf die Anfangs[walze] gerollt. – Aber wieso konnten auch zwei in zwei liegen!? R. Aši erwiderte: Etwas war abgerollt und oben zusammengerollt. –
3Wo lag nach R. Jehuda die Torarolle, bevor der Kasten da war!? – Ein Brett ragte hervor und auf diesem lag die Torarolle. – Wofür verwendet R. Meír [die Worte:] an der Seite der Lade!? – Tatsächlich innerhalb, aber an der Seite. –
4Wo standen nach R. Meír die Säulen!? – Außerhalb. – Woher entnimmt R. Meír, daß auch die Bruchstücke der Tafeln in der Lade lagen!? – Dies entnimmt er aus einer Lehre R. Honas, denn R. Hona sagte: Es heißt: die nach dem Namen, dem Namen des Herrn der Heerscharen genannt war, der über den Kherubim thront; dies lehrt, daß die Tafeln und die Bruchstücke der Tafeln in der Lade lagen. –
5Und jener!? – Dies verwendet er für eine Lehre R. Joḥanans. R. Joḥanan sagte nämlich im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj, dies lehre, daß der Gottesname und all seine Attribute in der Lade lagen. –
6Und der andere, dies ist ja wirklich hierfür nötig, woher entnimmt er nun, daß die Bruchstücke der Tafeln in der Lade lagen!? – Dies entnimmt er aus einer Lehre R. Josephs, denn R. Joseph lehrte:Die du zerbrochen hast, und sollst sie legen, dies lehrt, daß die Tafeln und die Bruchstücke der Tafeln in der Lade lagen. –
7Und jener!? – Dies verwendet er für eine Lehre des Reš Laqiš, denn Reš Laqiš lehrte: Die du zerbrochen hast; der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Moše: Dank dir, daß du sie zerbrochen hast.
8Die Rabbanan lehrten: Die Reihenfolge der Propheten ist wie folgt: Jehošua͑, Richter, Šemuél, Könige, Jirmeja, Jeḥezqel, Ješa͑ja und die zwölf [kleinen Propheten]. – Merke, Hošea͑ war ja früher, denn es heißt: Anfang der Worte des Herrn mit Hošea͑, und da er nicht zuerst mit Hošea͑ redete, denn von Moše bis Hošea͑ waren es viele Propheten, so erklärte R. Joḥanan, er war der erste von den vier Propheten, die zu jener Zeit geweissagt haben, nämlich Hošea͑, Ješa͑ja, A͑mos und Mikha, somit sollte er doch Hošea͑ an die Spitze setzen!? –
9Da seine Prophetie zusammen mit der des Ḥaggaj, Zekharja und Maleakhi geschrieben ist, und diese dio letzten der Propheten waren, so nennt er ihn mit diesen zusammen. – Sollte sie doch besonders geschrieben und vorangesetzt werden!? – Da sie klein ist, könnte sie sich verlieren. –
10Merke, Ješa͑ja war ja früher als Jirmeja und Jeḥezqel, so sollte er doch Ješa͑ja an die Spitze setzen!? – [Das Buch] der Könige schließt mit Zerstörung, Jirmeja enthält nur Zerstörung, Jeḥezqel beginnt mit Zerstörung und schließt mit Trostverheißung, und Ješa͑ja enthält nur Trostverheißungen; wir schließen daher Zerstörung an Zerstörung und Trostverheißung an Trostverheißung.
11Die Reihenfolge der Hagiographen ist wie folgt: Ruth, Psalmen, Ijob, Sprüche, Qoheleth, Lied der Lieder, Klagelieder, Daniél, die Esterrolle, E͑zra und die Chronik. – Sollte er doch nach demjenigen, welcher sagt, Ijob lebte zur Zeit Mošes, Ijob an die Spitze setzen!? – Wir beginnen nicht mit einem Strafgerichte. – Ruth handelt ja ebenfalls von einem Strafgerichte!? – Es war ein Strafgericht, das aber [gut] endete. R. Joḥanan sagte nämlich, sie heiße deshalb Ruth, weil von ihr David entstammte, der den Heiligen, gepriesen sei er, mit Lob- und Dankliedern sättigte [rivah].
12Wer schrieb sie? – Moše schrieb sein Buch, den Abschnitt von Bilea͑m und Ijob. Jehošua͑ schrieb sein Buch und die [letzten] acht Verse der Tora. Šemuél schrieb sein Buch, Richter und Ruth. David schrieb die Psalmen nach zehn Altvorderen: Adam dem Urmenschen, Malki Çedeq, Abraham, Moše, Heman, Jeduthun, Asaph,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.