Bava Batra — Blatt 64a
1Was ist denn dabei, wenn man sagen wollte, er eigne Tiefe und Höhe auch ohne Nennung, daß es zehn Handbreiten hoch ist!? – Ist es zehn Handbreiten hoch, so ist es selbständig.
2Rabina sprach zu R. Aši: Komm und höre: Reš Laqiš sagte: Dies besagt, daß, wenn jemand seinem Nächsten ein Haus verkauft und zu ihm sagt: mit der Bedingung, daß das obere Bauwerk mein bleibe, das obere Bauwerk ihm gehört; und auf unsere Frage, in welcher Hinsicht, erwiderte R. Zebid, wenn er da Vorsprünge anbauen will, dürfe er dies, und R. Papa erwiderte, wenn er auf diesem einen Söller bauen will, dürfe er dies.
3Wozu ist nun die Bedingung nötig, wenn man sagen wollte, ohne Nennung eigne er es ohnehin nicht!? – Dies hat den Erfolg, daß er es, wenn es einstürzt, wieder auf bauen dürfe.
4NICHT DEN BRUNNEN UND NICHT DIE ZISTERNE, OBGLEICH ER IHM GESCHRIEBEN HAT: TIEFE UND HÖHE. ERMUSS SICH ABER EINEN WEG ZU DIESEN ERKAUFEN – SO R. A͑QIBA; DIE WEISEN SAGEN, ER BRAUCHE SICH KEINEN WEG ZU DIESEN ZU ERKAUFEN.
5JEDOCH PFLICHTET R. A͑QIBA BEI, DASS, WENN ER GESAGT HAT: AUSSER DIESEN, ER SICH KEINEN WEG ZU DIESEN ZU ERKAUFEN BRAUCHE.
6HAT JEMAND DIESE (AN EINEN ANDEREN) VERKAUFT, SO BRAUCHT DIESER, WIE R. A ͑QIBA SAGT, SICH KEINEN WEG ZU DIESEN ZU ERKAUFEN; DIE WEISEN SAGEN, ER MÜSSE SICH EINEN WEG ZU DIESEN ERKAUFEN.
7GEMARA. Rabina saß und warf folgende Frage auf: Welches heißt Brunnen und welches heißt Zisterne? Da sprach Raba Tospaá zu Rabina: Komm und höre, es wird gelehrt: Sowohl der Brunnen als auch die Zisterne befinden sich in der Erde, nur ist der Brunnen gegraben und die Zisterne gebaut. R. Aši saß und erhob folgenden Einwand: Brunnen und Zisterne sind ja dasselbe!? Da sprach Mar Qašiša, Sohn des R. Hisda, zu R. Aši: Komm und höre, es wird gelehrt: Sowohl der Brunnen als auch die Zisterne befinden sich in der Erde, nur ist der Brunnen gegraben und die Zisterne gebaut.
8ER MUSS SICH ABER EINEN WEG ERKAUFEN – so R. A͑QIBA; DIE WEISEN SAGEN, ER BRAUCHE SICH KEINEN &C. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.