Bava Batra — Blatt 83a
1der sich in Dura Dereu͑ta ereignet hatte, und als sie vor R. Jehuda kamen, sagte er zu ihm: geh, gib ihm soviel [Raum], wie das Rinderpaar samt den Pfluggeräten einnimmt. Ich wußte nicht, wieviel unter einem Raume für das Rinderpaar und die Pfluggeräte zu verstehen ist, als ich aber hörte die Lehre, man dürfe nicht einen Baum nahe dem Felde eines anderen pflanzen, es sei denn, daß man ihn vier Ellen entfernt hat,
2zu welcher noch gelehrt wird, die vier Ellen, von denen sie sprechen, seien zur Bearbeitung des Weinberges erforderlich, sagte ich, hieraus sei zu entnehmen, unter einem Raume für das Rinderpaar und die Pfluggeräte seien vier Ellen zu verstehen. –
3Haben wir etwa nicht gelernt übereinstimmend mit R. Joseph, wir haben ja gelernt: R. Meír und R. Šimo͑n sagen, wer seinen Weinberg in Zwischenräumen von je acht Ellen bepflanzt, dürfe da Saaten hineinbringen!? –
4Immerhin ist ein Ereignis bevorzugter. –
5Allerdings wissen wir nach R. Joseph, daß R. Šimo͑n dieser Ansicht ist sowohl bei zerstreut als auch bei zusammen liegenden; bei zerstreut liegenden, wie wir bereits gesagt haben, und bei zusammen liegenden, denn wir haben gelernt: Wenn ein Weinberg in Zwischenräumen von weniger als vier Ellen gepflanzt ist, so gilt er, wie R. Šimo͑n sagt, nicht als Weinberg; die Weisen sagen, er gelte wohl als Weinberg und man betrachte die zwischen liegenden als nicht vorhanden.
6Nach R. Naḥman aber wissen wir zwar, daß die Rabbanan dieser Ansicht sind bei zerstreut liegenden, woher dies aber von zusammen liegenden!? – Dies ist einleuchtend; wenn es nach R. Šimo͑n die Hälfte ist, so ist es auch nach den Rabbanan die Hälfte.
7Raba sagte: Die Halakha ist: von vier bis sechzehn Ellen. Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Raba: Wie nahe dürfen sie sein? Vier Ellen. Wieviel dürfen sie entfernt sein? Sechzehn Ellen;
8er hat dann den Boden und die zwischenliegenden Bäume mitgeeignet. Daher gehört, wenn der Baum verdorrt oder gefällt worden ist, der Boden ihm. Ist [der Zwischenraum] kleiner oder größer, oder wenn er [die Bäume] nacheinander gekauft hat, so hat er weder den Boden noch die zwischenliegenden Bäume mitgeeignet. Daher gehört, wenn der Baum verdorrt oder gefällt worden ist, der Boden nicht ihm.
9R. Jirmeja fragte: Wird von der dünnen Stelle oder von der dicken Stelle gemessen? R. Gebiha aus Be Kethil sprach zu R. Aši: Komm und höre, wir haben gelernt: bei einem Senker eines Weinstockes messe man von der zweiten Wurzel.
10R. Jirmeja fragte: Wie ist es, wenn er ihm drei Äste von einem Baume verkauft hat?
11R. Gebiha aus Be Kethil sprach zu R. Aši: Komm und höre, wir haben gelernt: Wenn jemand drei Weinstöcke senkt und ihre Wurzeln sichtbar bleiben, so werden sie, wie R. Elea͑zar b. R. Çadoq sagt, wenn sie von einander vier bis acht Ellen entfernt sind, vereinigt, wenn aber nicht, werden sie nicht vereinigt.
12R. Papa fragte: Wie ist es, wenn er ihm zwei [Bäume] auf seinem Felde und einen auf dem Raine verkauft hat? Wie ist es, wenn er ihm zwei auf seinem Felde und einen auf dem Felde eines anderen verkauft hat? – Dies bleibt unentschieden.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.