Bava Batra — Blatt 84a

1wenn du mich nicht übervorteilt hättest, könntest du nicht zurücktreten, und nun, wo du mich übervorteilt hast, willst du zurücktreten!? Und der Autor unserer Mišna lehrt dasselbe: wenn als gut und er sich als schlecht herausstellt, so kann der Käufer zurücktreten, und nicht der Verkäufer.

2Ferner sagte R. Ḥisda: Wenn jemand einem etwas im Werte von sechs für fünf verkauft hat und es im Werte auf drei gesunken ist, so kann der Verkäufer, da er übervorteilt worden ist, zurücktreten, und nicht der Käufer, denn jener kann zu ihm sagen: wenn du mich nicht übervorteilt hättest, könntest du nicht zurücktreten, und jetzt willst du zurücktreten!? Und der Autor unserer Mišna lehrt dasselbe: wenn als schlecht, und er sich als gut herausstellt, so kann der Verkäufer zurücktreten, und nicht der Käufer. –

3Was lehrt er uns da, dies geht ja aus der Mišna hervor!? – Wenn man dies aus der Mišna entnehmen wollte, so könnte man glauben, daß in dem von R. Ḥisda gelehrten Falle beide zurücktreten können, und die Mišna lehre, daß nur der Verkäufer zurücktreten könne,

4denn es heißt:schlecht, schlecht sagt der Käufer.

5WENN ALS DUNKEL UND ER SICH ALS WEISS HERAUSSTELLT &C. R. Papa sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß die Sonne rot ist. Dies ist auch zu beweisen, denn sie ist morgens und abends rot, und daß wir dies den ganzen Tag nicht merken, geschieht daher, weil unsere Sehkraft nicht stark genug ist.

6Man wandte ein:Und er erscheint tiefer als die Haut, wie eine besonnte [Stelle] tiefer erscheint als eine beschattete; und dieser ist ja weiß!? – Wie die Sonne und nicht wie die Sonne; wie die Sonne, indem er tiefer erscheint, und nicht wie die Sonne, denn jener ist weiß und diese ist rot. –

7Wieso ist sie nach unserer früheren Auffassung morgens und abends rot!? – Morgens, weil sie an den Rosen des E͑dengartens vorübergeht, und abends, weil sie an der Tür des Fegefeuers vorübergeht. Manche erklären es entgegengesetzt.

8ODER WEIN UND ER SICH ALS ESSIG HERAUSSTELLT, SO KÖNNEN BEIDE ZURÜCKTRETEN. Es wäre also anzunehmen, daß unsere Mišna die Ansicht Rabbis vertritt und nicht die der Rabbanan, denn es wird gelehrt:

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.