Bava Batra — Blatt 86b
1Komm und höre: Wenn jemand seinem Nächsten Früchte verkauft, so hat sie dieser, sobald er sie an sich gezogen hat, geeignet, obgleich jener sie ihm nicht zugemessen hat. Früchte sind ja Dinge, die man hochheben kann, und er lehrt, man eigne sie durch das Ansichziehen!? –
2Hier wird von großen Säcken gesprochen. – Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: wer von seinem Nächsten Flachs kauft, eignet ihn erst dann, wenn er ihn von einem Orte nach einem anderen getragen hat. Wird denn Flachs nicht auch in große Säcke gepackt!? – Anders verhält es sich beim Flachs, da er sich zerteilen läßt.
3Rabina sprach zu R. Aši: Komm und höre: Ein Großvieh wird durch Übergabe und ein Kleinvieh wird durch Hochheben geeignet – so R. Meír und R. Šimo͑n b. Elea͑zar; die Weisen sagen, ein Kleinvieh durch das Ansichziehen. Ein Kleinvieh kann man ja hochheben, und er lehrt, daß es durch das Ansichziehen geeignet werde!? – Anders verhält es sich bei einem Vieh, denn es ist störrisch.
4Rabh und Šemuél sagten beide: [Sagte er:] ich verkaufe dir einen Kor [Getreide] für dreißig [Sela͑], so kann er noch bei der letzten Seá zurücktreten; wenn aber: ich verkaufe dir einen Kor für dreißig, die Seá für einen Sela͑, so hat er jede einzeln geeignet. –
5Komm und höre: Wenn aber das Maß einem von ihnen gehört, so hat er jedes einzeln geeignet, also auch wenn das Quantum noch nicht voll ist!? –
6Wenn er zu ihm gesagt hat, er verkaufe ihm einen Hin für zwölf Sela͑, das Log für einen Sela͑. Dies nach R. Kahana, denn er sagte, das Hin [im Tempel] hatte Maßzeichen, ebenso auch hierbei, wenn am Hin Maßzeichen sind. –
7Komm und höre: Wenn jemand einen Löhner mietet, bei ihm in der Erntezeit für einen Denar täglich zu arbeiten,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.