Bechorot — Blatt 22a

1Um es bekannt zu machen, daß es erstgeburtsfrei ist. –

2Demnach ist er eine richtige Geburt; wieso ist er nicht durch Berühren und nicht durch Tragen verunreinigend?

3R. Joḥanan erwiderte: Hier ist das Aufgehen in der Mehrheitberührt worden. R. Joḥanan vertritt hierbei seine Ansicht, denn R. Joḥanan sagte : R. Elie͑zer b. Ja͑qob und R. Šimo͑n lehrten dasselbe. R. Elie͑zer b. Ja͑qob lehrte das, was wir eben gesagt haben,

4und R. Šimo͑n lehrte folgendes: Befindet sich die Eihautim Hause, so ist das Haus unrein; nicht etwa, weil die Eihaut selbst eine Geburt ist, sondern weil es keine Eihaut ohne Geburtgibt. R. Šimo͑n sagt, die Geburt wurde zerquetscht, bevor sie herausgekommen ist.

5Dort haben wir gelernt : Bei Totgeborenen wird die Öffnung der Gebärmutternur dann beachtet, wenn der Kopf die Rundung eines Spindelknopfes erlangt hat. Was heißt Spindelknopf? R. Hona erwiderte: Wie der Spindelknopf der Wolle. R. Ḥija b. Rabh sprach zu R. Hona: Erkläre doch der Meister, der Kettenfäden oder der Einschlagfäden?

6Dieser erwiderte ihm: Es wird gelehrt: Der Spindelknopf der Kettenfäden – so R. Meír; R. Jehuda sagt, der Einschlagfäden. R. Elea͑zar b. R. Çadoq sagt, sobald die Knötchenzu sehen sind. – Was heißt. Knötchen? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls (im Namen des R. Elea͑zar b. R. Çadoq): In Jerušalem erklärten sie es wie folgt: Wie die Knötchen, die zu sehen sind beim Maultiere, wenn es zum Urinieren niederkniet.

7R. Hona sagte : Ich habe von zwei Spindelknöpfen gehört, von einem der Kettenfäden und einem der Einschlagfäden, und ich weiß es nicht zu erklären. Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Ich habe von drei Spindelknöpfen gehört, von einem der Kettenfäden, von einem der Einschlagfäden und von einem großen Spindelknopfe der Sacknähter, und ich weiß es nicht zu erklären. Als Rabin kam, erklärte er es im Namen R. Joḥanans: Bei einem Weibe, wie ein solcher der Kettenfäden, bei einem Vieh, wie ein solcher der Einschlagfäden,

8der große Knoten der Sacknähter, wie wir gelernt haben: Eine Erdscholle von einem Gräberpfluge oder dem Lande der Nichtjuden, wenn sie so groß ist wie der Spindelknopf der Sacknähter, der wie die Siegel der Warensäcke [groß] ist, wie solche sich auch auf der oberen Deckelseite der [Beth]leḥemitischen Fässer befinden.

9Reš Laqiš sagte im Namen R. Jehuda des Fürsten : Wer Tunke von einem Menschen aus dem gemeinen Volkekauft, bringe sie in Berührungmit Wasser, und sie ist rein.

10Wie du es nimmst: ist das Wasser mehr, so wird sie rein durch die Berührung, und ist die Tunke mehr, so ist die Tunkenicht verunreinigungsfähig; zu berücksichtigen wäre nur der kleinere Teil Wassers, und dieser verliert sich in der Mehrheit.

11R. Jirmeja sagte: Sie lehrten dies nur vom Eintauchen des Brotes, nicht aber für die Topfspeise, denn die eine Art findet eine Art ihresgleichen und erwacht. R. Dimi saß und trug diese Lehre vor, da sprach Abajje zu ihm: Kann denn die geschwundene Unreinheit wieder erwachen!? Dieser erwiderte : Bist du etwa nicht dieser Ansicht? Wir haben ja gelernt: Ist eine Seá unreine Hebe

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.