Bechorot — Blatt 23a
1nach R. Elie͑zer? Man esse es trocken, geröstet oder mit Fruchtsaft geknetet, oder man verteile es unter andere Teige, jedoch so, daß kein Eigroßes an einer Stelle zurückbleibe. Hierzu sagte U͑la: Dies aus dem Grunde, weil zu berücksichtigen ist, man könnte einen Kab unreines Profanes aus anderer Stelle holen und einen Kab und etwas darüber von derselben Art, und glauben, es gehe in der Mehrheit auf, aber da dieses Minimum darin ist, findet die eine Art eine Art ihresgleichen und erwacht.
2Jener entgegnete: Wenn Unreines durch Unreines erwacht, sollte auch Unreines durch Reines erwachen!?
3Er wandte gegen ihn ein: Ist taugliche Aschemit Herdasche vermischt worden, so richte man sich bei der Verunreinigungnach der Mehrheit. Ist aber die Herdasche mehr, so ist sie nicht verunreinigend. Wenn du nun sagst, die Unreinheit gelte als noch vorhanden, so sollte sie doch, wenn sie auch durch Berühren nicht verunreinigend ist, immerhin durch Tragen verunreinigend sein!? –
4Hierzu wurde ja gelehrt: R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Rein, indem sie nicht durch Berührung verunreinigt, jedoch verunreinigt sie durch Tragen. –
5R. Ḥisda sagte ja aber, Aas werde durch Geschlachtetesaufgehoben, weil Aas nicht Geschlachtetes werden kann. Zugegeben, daß es durch Berühren nicht verunreinigt, aber durch Tragen sollte es doch verunreinigen!?
6Dieser erwiderte: Ihr bezieht dies auf die Lehre R. Ḥisdas, wir beziehen dies auf die Lehre R. Ḥijas. R. Ḥija lehrte nämlich: Aas und Geschlachtetes gehen ineinander auf. Hierzu wird gelehrt: R. Jose b. Ḥanina sagte, es ist rein, indem es nicht durch Berühren verunreinigt, wohl aber verunreinigt es durch Tragen. –
7Wir haben ja aber gelernt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Hat ein Großvieh einen Blutkuchen ausgestoßen, so ist er zu begraben, und es ist erstgeburtsfrei. Hierzu lehrte R. Ḥija, er verunreinige nicht durch Berühren und nicht durch Tragen. Weshalb denn, zugegeben, daß er durch Berühren nicht verunreinigt, aber durch Tragen sollte er doch verunreinigen!? Da schwieg er. –
8Vielleicht ist es hierbei anders, denn es ist eine verweste Unreinheit. – Erklärlich ist dies nach Bar Pada, welcher sagt, bei einer schweren Verunreinigung, wenn die Sache für einen Proselyten, und bei einer leichten Verunreinigung, wenn sie für einen Hund [genießbar]ist, nach R. Joḥanan aber, welcher sagt,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.