Bechorot — Blatt 4b

1oher dies von den kommenden Geschlechtern? – Die Schrift sagt:die Leviten sollen mir sein, sie sollen bei ihrem Sein verbleiben. –

2Woher, daß dies von einem Schafe gilt!? R. Ḥisda erwiderte: Hinsichtlich der kommenden Geschlechter heißt es ‘Geld’ und hinsichtlich der kommenden Geschlechter heißt es ‘Schaf’,

3wie es vom hinsichtlich der späteren Generationen genannten Gelde gilt: damit lösten sie aus in den späteren Generationen und damit lösten sie aus damals, ebenso gilt es auch vom hinsichtlich der späteren Generationen genannten Schafe: damit lösten sie aus in den späteren Generationen und damit lösten sie aus damals. –

4Wohl gilt dies vom Gelde, mit dem auch Heiliges und der zweite Zehnt auszulösen sind!? –

5Vielmehr, die Schrift sagt:jedoch sollst du den Erstgeborenen eines Menschen auslösen, und das Erstgeborene eines unreinen Viehs sollst du auslösen; wie du beim Erstgeborenen eines Menschen zwischen später und damals nicht unterscheidest hinsichtlich des Geldes, ebenso ist beim unreinen Vieh zwischen später und damals nicht zu unterscheiden hinsichtlich des Schafes.

6R. Ḥanina sagte : Ein Schaf eines Leviten befreit viele Eselserstgeburten eines Jisraéliten. Abajje sprach: Dies ist zu beweisen, denn die Schrift zählt die Einer beim Menschen und zählt nicht die Einer beim Vieh. –

7Woher dies, vielleicht hatten sie nicht sehr viel Vieh!? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es heißt:und viel Vieh hatten die Kinder Reúbens und die Kinder Gads. –

8Vielleicht waren trotzdem die Nichterstgeborenen der Leviten ebensoviel wie die Erstgeborenen der Jisraéliten!? – Die Schrift sagt:das Viehder Leviten statt ihres Viehs, ein Vieh anstelle vieler Viehe. – Vielleicht: vielVieh!? –

9Demnach sollte doch die Schrift sagen: ein Vieh statt eines Viehs, oder: ihr Vieh statt ihres Viehs, wenn es aber heißt: das Vieh statt ihres Viehs, so ist hieraus zu entnehmen, daß eines viele befreit.

10Raba sprach: Auch wir haben es gelernt: Er kann damit viele Male auslösen. R. Ḥanina aber erklärte den Grund der Mišna, und er meint es wie folgt: er kann damit deshalb viele Male auslösen, weil ein Schaf eines Leviten viele Eselserstgeborene eines Jisraéliten befreit.

11Es wurde gelehrt : R. Joḥanan sagt, die Erstgeborenen in der Wüste waren heilig, und Reš Laqiš sagt, die Erstgeborenen in der Wüste waren nicht heilig.

12R. Joḥanan sagt, die Erstgeborenen in der Wüste waren heilig, denn der Allbarmherzige sagte, daß sie heilig sein sollen, wie es heißt :heilig ist mir alles Erstgeborene.

13Reš Laqiš sagt, die Erstgeborenen in der Wüste waren nicht heilig, denn es heißt :wenn er dich bringen wird, und darauf folgt :so sollst du vorüberziehen lassen, demnach waren sie vorher nicht heilig.

14R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein : Bevor die Wohnung errichtet worden war, waren die Anhöhen erlaubt und der Dienst erfolgte durch die Erstgeborenen!? Dieser erwiderte ihm: Durch diejenigen, die aus Miçrajim kamen. –

15Dies ist auch einleuchtend, denn wie sollte, wenn du nicht so sagen wolltest, ein Einjährigerden Dienst verrichtet haben. –

16Was dachte denn der Fragende!? –

17Er meinte wie folgt: erklärlich ist es, wenn du sagst, ihre Heiligkeit habe nicht aufgehört, denn demnach war auch die Heiligkeit der Früheren nicht geschwunden, wenn du aber sagst, ihre Heiligkeit habe aufgehört, war ja auch die Heiligkeit der früheren geschwunden. –

18Und jener!? – Wer heilig war, blieb heilig, und wer nicht heilig war, wurde nicht heilig.

19Er wandte gegen ihn ein: An jenem Tage, an dem die Wohnung aufgestellt wurde, brachten die Jisraéliten Gelobtes, Freiwilliges, Sündopfer, Schuldopfer, Erstgeborene und Zehnten dar!? – Auch dies durch diejenigen, die aus Miçrajim zogen, und hieraus, daß sie nur an jenem Tage darbrachten, später aber brachten sie nicht mehr dar.

20Manche lesen : Reš Laqiš wandte gegen R. Joḥanan ein : An jenem Tage, an dem die Wohnung aufgestellt wurde, brachten die Jisraéliten Gelobtes, Freiwilliges, Sündopfer, Schuldopfer, Erstgeborene und Zehnten dar. Nur an jenem Tage, später aber nicht!? – Sage: von jenem Tage an. –

21Was lehrt er uns damit? – Nur von jenem Tage an, vorher aber nicht. Demnach werden keine Pflichtopfer auf Anhöhen dargebracht. –

22Komm und höre: Du findest also, daß die Erstgeborenen in Jisraél an drei Orten geheiligt wurden: in Miçrajim, in der Wüste und bei ihrem Einzüge in das Jisraélland. In Miçrajim, denn es heißt :heilig ist mir alles Erstgeborene. In der Wüste, denn es heißt :denn mir gehört jeder Erstgeborene in Jisraél. Bei ihrem Einzuge in das Jisraélland, denn es heißt: wenn er dich bringen wird, so sollst da vorüberziehen lassen.

23R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: An drei Orten ist ihnen die Heiligkeit der Erstgeborenen geboten worden, jedoch waren sie noch nicht heilig. – Waren sie denn in Miçrajim nicht heilig, wir sagten ja, daß sie da heilig waren!? – Er meint es wie folgt: in manchem waren sie heilig, und in manchem waren sie nicht heilig.

24R. Papa wandte ein : waren sie denn in der Wüste nicht heilig, es heißt ja :mustere alle männlichen Erstgeborenen in Jisraél!? – Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: R. Joḥanan sagt, sie waren heilig und blieben es auch, und Reš Laqiš sagt, sie waren heilig

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.