Bechorot — Blatt 5a

1und blieben nicht. –

2Allerdings gibt Reš Laqiš einen Grund an, was aber ist der Grund R. Joḥanans?

3R. Elea͑zar erwiderte : Ich habe R. Joḥanan im Traume gesehen und will etwas Gutes sagen. Die Schrift sagt:sie sollen mein sein, sie verbleiben bei ihrem Sein. –

4Wofür verwendet R. Joḥanan [die Worte :] wenn er dich bringen wird, so sollst du vorüberziehen lassen? – Diese verwendet er für eine Lehre der Schule R. Jišma͑éls: Übe dieses Gebot, dessentwegen du in das Land kommst.

5R. Mordekhaj sprach zu R. Aši: Ihr lehrt dies so, wir aber lehren es umgekehrt: R. Joḥanan sagt, die Erstgeborenen in der Wüste waren nicht heilig, und Reš Laqiš sagt, die Erstgeborenen in der Wüste waren heilig.

6Da sprach dieser zu ihm : Lehrt ihr auch jene Einwendungen umgekehrt, und lehrt ihr umgekehrt auch das, was R. Elea͑zar gesagt hat? Jener erwiderte: Sie waren nicht heilig, [dies heißt:] sie brauchten nicht geheiligt zu werden. –

7Demnach ist dies ja das, was wir [lehren]!? – Er lehrt uns, daß man die Ausdrucksweise seines Lehrers gebrauchen muß.

8Der Hegemon Contaricus fragte R. Joḥanan b. Zakkaj : Bei der Einzelzählungfindest du zweiundzwanzigtausenddreihundert und bei der Gesamtzählungfindest du zweiundzwanzigtausend ; wo sind die dreihundert hingekommen?

9Dieser erwiderte: Jene dreihundert waren Erstgeborene, und ein Erstgeborener kann keinen Erstgeborenen entheben. – Aus welchem Grunde? Abajje erwiderte: Es genügt, daß der Erstgeborene sich der eigenen Heiligkeit enthebt. –

10Ferner fragte er ihn: Bei der Einforderung des Geldes findest du zweihundertundeinen Kikar und elf Minen, denn es heißt :ein Beqa͑ auf den Kopf, ein halber Šeqel nach dem Šeqel des Heiligtums &c.,

11und bei der Ablieferung des Geldes findest du hundert Kikar, denn es heißt:und die hundert Kikar dienten zum Gießen &c. Euer Lehrer Moše war wohl ein Dieb oder ein Würfelspieler, oder er war im Rechnen unkundig: er lieferte die Hälfte ab und behielt eine Hälfte; er gab eine ganze Hälfte nicht zurück.

12Dieser erwiderte ihm: Unser Lehrer Moše war ein zuverlässiger Schatzmeister und im Rechnenkundig, nur war die Mine des Heiligtums doppelt.

13R. Aḥaj wandte ein : Was war ihm da überhaupt fraglich: die hundert Kikar Silbers waren zum Gießen &c., diese zum Gießen und die übrigen für die Schatzkammer !? – Es gibt noch einen anderen Schriftvers :und das Silber der Gemusterten der Gemeinde betrug hundert Kikar &c. –

14Er sagte ihm, die Mine des Heiligtums war doppelt: woher dies?

15Wollte man sagen, aus dieser Stelle, denn es waren einundsiebzig Minen, [und es heißt :]und aus den tausendsiebenhundertfünfundsiebzig machte er Haken für die Säulen; die Schrift zählt sie nur im Kleinen, und wenn dem so wäre, sollte es ja heißen: hundertundein Kikar und elf Minen.

16Da die Schrift sie nur im Kleinen zählt, so ist hieraus zu entnehmen, daß die Mine des Heiligtums doppelt war.

17Vielleicht aber zählt er nur abgerundet nach Kikar, die einzeln zurückbleibenden zählt er nicht nach Kikar. –

18Vielmehr, hieraus :und das Kupfer der Weihgeschenke siebzig Kikar und zweitausendvierhundert Šeqel; hier sind es sechsundneunzig Minen, und die Schrift zählt sie nur im Kleinen. Schließe hieraus, daß die Mine des Heiligtums doppelt war. –

19Vielleicht aber rechnet er bei einer großen Zahl nach Kikar, bei einer kleinen Zahl aber nicht!? –

20Vielmehr, erwiderte R. Ḥisda, ist dies hieraus zu entnehmen :der Šeqel soll zwanzig Gera betragen, zwanzig Šeqel, fünfundzwanzig Šeqel, zehn und fünf Šeqel soll euch die Mine gelten; es sind jazweihundertvierzig [Denar]!?

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.