Bechorot — Blatt 58b

1er nehme eines von den im Elul geborenen, und die übrigen sind frei. Wie man es nimmt: ist der erste Elul Jahresanfang, so werden die vom Elul und die vom Tišri vereinigt, die vom Ab aber sind frei, und ist der erste Tišri Jahresanfang, so werden die vom Ab und die vom Elul vereinigt, die vom Tišri aber sind frei.

2Wolltest du sagen, man vereinige sie mit denen des nächsten Termines, so sagt ja der Allbarmherzige:das zehnte, entschiedenes und nicht zweifelhaftes. –

3Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, es sei zu berücksichtigen, man könnte dazu kommen, von den anderen zu nehmen; so lehrt er uns.

4AUF WELCHE WEISE ERFOLGT DIE VERZEHNTUNG? MAN TREIBE SIE IN DIE HÜRDE UND LASSE IHNEN EINE ÖFFNUNG SO KLEIN, DASS NICHT ZWEI GLEICHZEITIG HERAUSKOMMEN KÖNNEN; DANN ZÄHLE MAN EINS, ZWEI, DREI, VIER, FÜNF, SECHS, SIEBEN, ACHT, NEUN, UND WENN DAS ZEHNTE HERAUSKOMMT, ZEICHNE MAN ES MIT ROTER FARBE UND SAGE: DIESES SEI ZEHNT. HAT MAN ES NICHT MIT ROTER FARBE GEZEICHNET, SIE NICHT MIT DEM STABE GEZÄHLT, ODER SIE LIEGEND ODER STEHEND GEZÄHLT, SO SIND SIE VERZEHNTET.

5WENN MAN HUNDERT HAT UND ZEHN HERAUSHOLT, ODER ZEHN UND EINES HERAUSHOLT, SO IST DIES KEINE VERZEHNTUNG. R. JOSE B. R. JEHUDA SAGT, DIES SEI EINE VERZEHNTUNG. IST EINES VON DEN GEZÄHLTEN ZURÜCK UNTER DIE ANDEREN GESPRUNGEN, SO SIND SIEFREI; WENN EINES VON DEN ZEHNTEN UNTER DIE ANDREN, SO LASSE MAN SIE WEIDEN, BIS SIE EINEN LEIBESFEHLER BEKOMMEN, SODANN DÜRFEN SIE FEHLERBEHAFTET VOM EIGENTÜMER GEGESSEN WERDEN.

6GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Auf welche Weise erfolgt die Verzehntung? Man treibe sie in die Hürde und lasse eine Öffnung so klein, daß nicht zwei zusammen herauskommen können. Man lasse ihre Mütter draußen stehen, und wenn sie drinnen sind, blöken sie und kommen zu ihren Müttern heraus. –

7Man kann sie ja selber herausführen!? – Es heißt:vorübergeht, nicht aber vorüberführen. –

8Man kann ihnen ja Grünkraut vorwerfen, und sie kommen heraus!? R. Hona erwiderte: Hierbei ist das Gekaufte und das Verwaisteberücksichtigt worden.

9Die Rabbanan lehrten: Alles, was unter dem Stabe vorübergeht, ausgenommen das Totverletzte, das nicht unter dem Stabevorübergeht. Es ist Gebot, sie mit dem Stabe zu zählen; woher dies von dem Falle, wenn man sie nicht mit dem Stabe gezählt hat. oder wenn man sie liegend oder stehend gezählt hat? Es heißt:und das zehnte [soll] heilig sein, in jedem Falle.

10Ich weiß dies ferner von dem Falle, wenn man es als zehntes bezeichnet hat, woher dies von dem Falle, wenn man es nicht als zehntes bezeichnet hat? Es heißt: soll heilig sein, in jedem Falle. Man könnte glauben, auch wenn er hundert hat und zehn herausholt oder zehn hat und eines herausholt, seien sie verzehntet, so heißt es: das zehnte, und dieses ist nicht das zehnte. R. Jose b. R. Jehuda sagt, sie seien verzehntet. –

11Was ist der Grund des R. Jose b. R. Jehuda? – Er ist der Ansicht des Abba Elea͑zar b. Gomel, denn es wird gelehrt: Abba Elea͑zar b. Gomel sagte: Eure Heben sollen euch angerechnet werden, die Schrift spricht von zweiHeben, von der großen Hebe und von der Zehnthebe;

12wie die große Hebe nach Vermutungund durch Bestimmungentrichtet werden kann,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.