Berachot — Blatt 64a
1wie es heißt: Peu͑ltaj, der achte. Ferner heißt es: denn Gott segnete ihn. Diese alle entstammen dem O͑bed Edom; ihre Söhne und ihre Brüder waren wackere Männer und kräftig zur Arbeit; zweiundsechzig von O͑bed Edom .
2R. Abin der Levite sagte: Wer das Geschick drängt, den drängt das Geschick, und wer sich von seinem Geschicke zurückdrängen läßt, von dem läßt das Geschick sich zurückdrängen.
3So war es bei Rabba und R. Joseph. R. Joseph war Vielwisser, während Rabba Scharfsinniger war, und die Zeit bedurfte ihrer. Da fragte man dort an: Wer ist von Vielwissendem und Scharfsinnigem vorzuziehen? Jene erwiderten: Der Vielwisser ist vorzuziehen, denn alle benötigen des Weizenbesitzers. Dennoch nahm R. Joseph [das Amt] nicht an, weil ihm die Chaldäer sagten, er werde zwei Jahre herrschen.
4So herrschte Rabba zweiundzwanzig Jahre, dann herrschte R. Joseph zweiundeinhalb Jahre.
5Während aller Jahre, da Rabba herrschte, ließ jener nicht einmal den Heilgehilfen nach seiner Wohnung kommen.
6Ferner sagte R. Abin der Levite: Es heißt: der Herr erhöre dich am Tage der Not, es stärke dich der Name des Gottes Ja͑qobs; des Gottes Ja͑qobs und nicht des Gottes Abrahams und Jiçḥaqs? Hieraus, daß der Besitzer des Balkens an die dicke Stelle des Balkens herangehe.
7Ferner sagte R. Abin der Levite: Wenn jemand von einer Mahlzeit genießt, bei der ein Schriftgelehrter anwesend ist, so ist es ebenso, als hätte er vom Glanze der Göttlichkeit genossen, denn es heißt: und Ahron und all die Ältesten Jisraéls kamen, um mit dem Schwiegervater Mošes vor Gott Brot zu essen. Haben sie denn vor Gott gegessen, sie haben ja vor Moše gegessen?
8Allein, dies besagt dir, daß, wenn jemand von einer Mahlzeit genießt, bei der ein Schriftgelehrter anwesend ist, es ebenso ist, als hätte er vom Glanze der Göttlichkeit genossen.
9Ferner sagte R. Abin der Levite: Wer sich von seinem Genossen verabschiedet, spreche zu ihm nicht: gehe in Frieden, sondern: gehe zum Frieden. Denn Jithro sprach zu Moše: gehe zum Frieden, und dieser gelangte zur Größe und hatte Glück; David aber sprach zu Abšalom: gehe in Frieden, und dieser ging fort und wurde erhängt.
10Ferner sagte R. Abin der Levite: Wer von einem Toten Abschied nimmt, spreche zu ihm nicht: gehe zum Frieden, sondern: gehe in Frieden, wie es heißt: und du wirst in Frieden zu deinen Vätern kommen.
11R. Levi b. Ḥija sagte: Wer das Bethaus verläßt und in das Lehrhaus geht und sich da mit der Tora befaßt, dem ist es beschieden, das Antlitz der Göttlichkeit zu empfangen, denn es heißt: sie gehen von Heer zu Heer, sie erscheinen vor Gott in Çijon.
12R. Ḥija b. Aši sagte im Namen Rabhs: Die Schriftgelehrten haben keine Ruhe, weder in dieser Welt, noch in der zukünftigen Welt, denn es heißt: sie gehen von Heer zu Heer, sie erscheinen vor Gott in Çijon.
13R. Elea͑zar sagte im Namen R. Ḥaninas: Die Schriftgelehrten mehren Frieden in der Welt, denn es heißt: und alle deine Kinder sind Gottesgelehrte, und viel ist der Friede deiner Kinder;
14lies nicht: banajikh [deiner Kinder], sondern bonajikh [deiner Erbauer ]. Viel Frieden denen, die deine Lehre lieben, kein Anstoß treffe sie. Friede möge in deinen Mauern sein und Sicherheit in deinen Palästen. Um meiner Brüder und Freunde willen, will ich dir Frieden wünschen. Wegen des Hauses des Herrn, unseres Gottes, flehe ich Gutes für dich. Der Herr verleihe Macht seinem Volke, der Herr segne sein Volk mit Frieden.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.