Beza — Blatt 32b
1und auch wenn es durch das Feuer erfolgt, stellt man ja eine Sache her!? – R. Ḥija lehrte, man trenne ihn mit dem Feuer, wenn er sich in zwei Leuchten befindet. R. Nathan b.Abba sagte im Namen Rabhs: Man darf am Festtage den Docht schnäuzen. – Was heißt schnäuzen? R. Ḥenana b.Šelemja erwiderte im Namen Rabhs: Die Schnuppe entfernen.
2Bar Qappara lehrte: Sechserlei wurde vom Dochte gelehrt, drei erschwerend und drei erleichternd. Erschwerend: man darf ihn am Festtage nicht von vornherein flechten, nicht im Feuer ansengen und nicht entzweischneiden; erleichternd: man darf ihn mit der Hand zusammendrehen, in Öl weichen und mit dem Feuer zwischen zwei Leuchten trennen.
3Ferner sagte R. Nathan b. Abba im Namen Rabhs: Die Reichen Babyloniens kommen in das Fegefeuer. So traf einst Šabbethaj b. Marinos in Babylonien ein und bat um Beschäftigung. Als sie ihm dies verweigerten und auch keine Verpflegung gaben,
4sprach er: Diese stammen vom Mischvolke ab, denn es heißt: er wird dir Erbarmen geben und sich deiner erbarmen; wer sich seiner Mitmenschen erbarmt, ist sicher von den Kindern unseres Vaters Abraham, und wer sich seiner Mitmenschen nicht erbarmt, ist sicher nicht von den Kindern unseres Vaters Abraham.
5Ferner sagte R. Nathan b.Abba im Namen Rabhs: Ist jemand auf den Tisch anderer angewiesen, so ist ihm die Welt finster, denn es heißt: er schaut nach Brot umher, er weiß, daß ihm ein finsterer Tag bereit ist. R. Ḥisda sagte: Auch sein Leben ist kein Leben.
6Die Rabbanan lehrten: Drei sind es, deren Leben kein Leben ist, und zwar: wer auf den Tisch seines Nächsten angewiesen ist, den seine Frau beherrscht, und über dessen Körper Züchtigungen herrschen. Manche sagen, auch wer nur ein Hemd besitzt. – Und der erste Tanna!? – Dieser kann ja sein Gewand untersuchen.
7MAN DARF KEINE SCHERBEN ZERBRECHEN UND KEIN PAPIER ZERSCHNEIDEN, UM EINEN SALZFISCH ZU BRATEN.
8MAN DARF OFEN UND HERD NICHT AUSRAFFEN, WOHL ABER DARF MAN [DIE ASCHE] GLATTDRÜCKEN.
9MAN DARF NICHT ZWEI KRÜGE NEBEN EINANDER STELLEN UND AUF DIESE EINEN KOCHTOPF SETZEN. MAN DARF NICHT EINEN TOPF MIT EINEM SPAN STÜTZEN, EBENSOWENIG EINE TÜR. MAN DARF KEIN VIEH MIT EINEM STOCKE TREIBEN; ELEA͑ZAR B. R. ŠIMO͑N ERLAUBT DIES.
10GEMARA. Aus welchem Grunde? – Weil man eine Sache herstellt.
11MAN DARF OFEN UND HERD NICHT AUSRAFFEN. R. Ḥija b. Joseph lehrte vor R. Naḥman: Kann man nur dann backen, wenn man ihn ausgerafft hat, so ist es erlaubt. Der Frau R. Ḥijas fiel am Festtage ein Ziegel in den Ofen; da sprach R. Ḥija zu ihr: Achte darauf, ich will gutes Brot haben. Raba sprach zu seinem Diener: Brate mir eine Ente, paß aber auf, daß sie nicht anbrenne.
12Rabina sprach zu R. Aši: R. Aḥa aus Huçal erzählte uns, daß man für den Meister am Festtage den Ofen zu verkleben pflegt. Dieser erwiderte: Wir verlassen uns auf das Ufer des Euphrat. Dies jedoch nur dann, wenn man [den Ton] bereits am vorangehenden Tage angezeichnet hat. Rabina sagte: Mit Asche ist es erlaubt.
13MAN DARF NICHT ZWEI KRÜGE NEBEN EINANDER STELLEN. R. Naḥman sagte: Man darf die Steine des Abortes am Festtage zurechtlegen. Raba wandte gegen R. Naḥman ein: Man darf nicht zwei Krüge neben einander stellen und auf diese einen Kochtopf setzen!? Dieser erwiderte: Anders ist es da, weil man ein Zelt macht.
14Rabba der Kleine sprach zu R. Aši: Demnach ist es erlaubt, am Festtage einen Sitz herzustellen, weil man kein Zelt macht!? Dieser erwiderte: Die Tora hat nur ein bleibendes Bauwerk verboten und nicht ein provisorisches, nur haben die Rabbanan beim provisorischen Bauwerk das bleibende berücksichtigt, hierbei aber haben die Rabbanan es nicht berücksichtigt, wegen der Züchtigkeit.
15R. Jehuda sagte: Einen Feuerhaufen darf man von oben nach unten anrichten, nicht aber von unten nach oben.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.