Beza — Blatt 8a

1Wenn die Erde locker ist. –

2Man macht ja eine Grube!? – Dies nach R. Abba, denn R. Abba sagte: Wer am Šabbath eine Grube macht und nur die Erde braucht, ist frei.

3DENN HERDASCHE GILT ALS VORRÄTIGES. R. Jehuda sprach: Wer spricht hier von Herd[asche]!? Raba erwiderte: Er meint es wie folgt: Herdasche aber gilt als Vorrätiges.

4R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Dies nur, wenn er bereits am Vorabende des Festes geheizt worden ist, wenn er aber am Festtage selbst geheizt worden ist, ist es verboten; kann man darin noch ein Ei backen, so ist es erlaubt.

5Ebenso wird gelehrt: Wenn sie gesagt haben, Herdasche gelte als Vorrätiges, so gilt dies nur von dem Falle, wenn er bereits am Vorabend des Festes geheizt worden ist, wenn er aber am Festtage selbst geheizt worden ist, so ist es verboten; kann man darin noch ein Ei backen, so ist es erlaubt.

6Hat man Erde in seinen Garten oder in seine Ruine gebracht, so darf man damit bedecken. Ferner sagte R. Jehuda: Man darf einen Korb voll Erde bringen und ihn zu jedem Gebrauche verwenden.

7Mar Zutra trug im Namen Mar Zutra des Großen vor: Dies nur, wenn man dafür eine besondere Ecke bestimmt hat.

8Man wandte ein: Man darf am Festtage keinen Koj schlachten; hat man ihn bereits geschlachtet, so darf man das Blut nicht bedecken. Wenn dem nun so wäre, so sollte man es nach R. Jehuda bedecken!? –

9Und auch nach deiner Auffassung kann man es ja mit Herdasche oder mit [Erde], in der eine Schaufel steckt, bedecken!? Vielmehr, wenn man solche nicht hat, ebenso, wenn man auch jene nicht hat. –

10Wieso gilt dies demnach nur von Zweifelhaftem, dies sollte ja auch von Zweifellosem gelten!? –

11Von diesem ist es selbstverständlich; selbstverständlich darf man das zweifellose [Wild] nicht schlachten, man könnte aber glauben, wegen der Festfreude dürfe man das Zweifelhafte schlachten, ohne [das Blut] zu bedecken, so lehrt er uns. –

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.