Chagiga — Blatt 27a

1den der Allbarmherzige Holz nennt, denn es heißt: der Altar war von Holz, drei Ellen hoch und zwei Ellen lang (und seine Länge); und er hatte Ecken, und seine Wände waren aus Holz. Und er sprach zu mir: Dies ist der Tisch, der vor dem Herrn sieht. –

2Er beginnt mit dem Altar und schließt mit dem Tische!? R. Joḥanan und Reš Laqiš erklärten beide: So lange der Tempel bestanden hat, pflegte der Altar dem Menschen Sühne zu verschaffen, jetzt aber verschafft ihm sein Tisch Sühne.

3SÄMTLICHE GERÄTE IM TEMPEL WAREN ZWEIFACH UND DREIFACH VORHANDEN &C. Der kupferne Altar, denn es heißt: einen Altar aus Erde sollst du mir errichten; der goldene Altar, denn es heißt: die Leuchte und die Altare, die Altare werden mit einander verglichen.

4DIE WEISEN SAGEN, WEIL SIE ÜBERZOGEN WAREN. Im Gegenteil, weil sie überzogen waren, sollten sie ja für die Unreinheit empfänglich sein!? – Lies: die Weisen sagen, sie seien verunreinigungsfähig, weil sie überzogen waren.

5Wenn du aber willst, sage ich: die Rabbanan sprachen es zu R. Elie͑zer: Du bist wohl deshalb dieser Ansicht, weil sie überzogen waren,

6aber der Überzug war bei diesen belanglos.

7R. Abahu sagte im Namen R. Elea͑zars: Über die Schriftgelehrten hat das Feuer des Fegefeuers keine Gewalt; dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, vom Salamander, zu folgern: wenn über den, der sich mit dem Blute des Salamanders schmiert, der nur eine Erzeugung des Feuers ist, das Feuer keine Gewalt hat, um wieviel weniger über die Schriftgelehrten, deren ganzer Körper Feuer ist, denn es heißt: mein Wort ist ja wie Feuer, Spruch des Herrn.

8Reš Laqiš sagte: Über die Frevler Jisraéls hat das Feuer des Fegefeuers keine Gewalt; dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, vom goldenen Altar, zu folgern : wenn das Feuer während so vieler Jahre über den goldenen Altar keine Gewalt hatte, der nur denardick mit Gold [überzogen] war, um wieviel weniger über die Frevler Jisraéls, die wie ein Granatapfel voll mit guten Werken sind, denn es heißt :wie eine Granatapfelscheibe ist deine Schläfe, und man lese nicht raqatekh [deine Schläfe], sondern raqanim šebakh [deine Leeren].

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.