Chagiga — Blatt 26b
1DASS IHR DEN TISCH NICHT BERÜHRET.
2SÄMTLICHE GERÄTE IM TEMPEL WAREN ZWEIFACH UND DREIFACH VORHANDEN, DAMIT MAN, WENN DIE ERSTEN UNREIN WURDEN, STATT IHRER ANDERE BRINGEN KONNTE. SÄMTLICHE GERÄTE, DIE IM TEMPEL WAREN, BENÖTIGTEN DES UNTERTAUCHENS, AUSGENOMMEN DER GOLDENE ALTAR UND DER KUPFERNE ALTAR, WEIL SIE DEM BODEN GLICHEN – SO R. ELIE͑ZER; DIE WEISEN SAGEN, WEIL SIE ŪBERZOGEN WAREN.
3GEMARA. Es wird gelehrt: Seid vorsichtig, daß ihr nicht den Tisch und die Leuchte berühret. – Weshalb lehrt es unser Tanna nicht von der Leuchte? – Beim Tische heißt es ‘stets’, bei der Leuchte heißt es nicht ‘stets’. –
4Und jener!? – Es heißt: Die Leuchte gegenüber dem Tische, und dies ist ebenso, als würde es auch bei dieser ‘stets’ geheißen haben. – Und jener!? – Dieser [Vers] bestimmt nur ihren Platz. –
5Es sollte ja schon der Umstand ausreichen, daß [der Tisch] ein ruhendes Holzgerät ist, und ein ruhendes Holzgerät ist ja nicht verunreinigungsfähig!? – Aus welchem Grunde? – Es muß dem Sacke ähnlich sein; wie ein Sack voll und leer bewegt wird, ebenso alles andere, was voll und leer bewegt wird. –
6Auch dieser ist voll und leer beweglich. Dies nach einer Lehre des Reš Laqiš, denn Reš Laqiš sagte: Es heißt: auf dem reinen Tische, wonach er verunreinigungsfähig war;
7wieso denn, er war ja ein ruhendes Holzgerät, und ein ruhendes Holz gerät ist für die Unreinheit nicht empfänglich!? Dies lehrt vielmehr, daß man ihn hochzuheben, auf ihm den Wallfahrern die Schaubrote zu zeigen und zu ihnen zu sprechen pflegte: Schauet eure Beliebtheit bei Gott: beim Fortnehmen ist es ebenso [frisch] wie beim Anrichten ! R. Jehošua͑ b. Levi sagte nämlich: Ein großes Wunder geschah beim Schaubrote: wie beim Anrichten, so [frisch war es] beim Fortnehmen, denn es heißt: frisches Brot auf zutragen, am Tage, da es fortgenommen wird. –
8Dies sollte ja wegen des Überzuges erfolgen !? Wir haben nämlich gelernt: Wenn ein Tisch oder Kredenztisch beschädigt wird, oder man ihn mit Marmor belegt, und soviel zurückbleibt, daß man Becher heraufstellen kann, so ist er verunreinigungsfähig; R. Jehuda sagt, soviel, daß man Portionen hinauflegen kann.
9Wolltest du sagen, beim Akazienholze sei es anders, da es wertvoll ist und seine Eigenschaft nicht verliere, so stimmt dies allerdings nach Reš Laqiš, welcher sagt, dies gelte nur von Geräten aus einfachem, aus überseeischen Ländern kommendem Holze, während Geräte aus wertvollem Holze ihre Eigenschaft nicht verlieren; wie ist es aber nach R. Joḥanan zu erklären, welcher sagt, auch Geräte aus wertvollem Holze verlieren durch [den Überzug] ihre Eigenschaft!?
10Wolltest du erwidern, eines gelte von einem befestigten Überzuge, und eines gelte von einem unbefestigten Überzuge, so fragte ja Reš Laqiš den R. Joḥanan, ob dies nur von einem befestigten Überzuge oder auch von einem unbefestigten gelte, ob auch die Ränder verkleidet sein müssen oder die Ränder nicht verkleidet zu sein brauchen,
11und dieser erwiderte ihm, es sei einerlei, ob es ein befestigter Überzug ist oder ob es ein unbefestigter Überzug ist, ob auch die Ränder verkleidet sind oder die Ränder nicht verkleidet sind. – Vielmehr, anders ist es beim Tische,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.