Chullin — Blatt 107a

1aus dem Tale A͑raboth: Ihr, die ihr nicht oft Wasser habt, dürft die Hände morgens unter Vorbedingung für den ganzen Tag waschen. Manche sagen, nur in einem Notfalle, nicht aber, wenn kein Notfall vorliegt; gegen die Ansicht Rabhs. Manche sagen, auch wenn kein Notfall vorliegt; übereinstimmend mit Rabh.

2R. Papa sagte: In einem Bewässerungskanal darf man die Hände nicht waschen, weil [das Wasser] nicht durch menschliche Kraft kommt. Befindet man sich in der Nähe des Eimers, wo es durch menschliche Kraft kommt, so ist es erlaubt.

3Ist der Eimer soviel geplatzt, daß Flüssigkeiten eindringen, so gilt er als Verbindung, und man darf darin die Hände untertauchen. Ferner sagte Raba: Aus einem Gefäße, das so durchlöchert ist, daß Flüssigkeiten eindringen, darf man die Hände nicht waschen.

4Ferner sagte Raba: Aus einem Gefäße, das kein Viertel[log Wasser] enthält, darf man die Hände nicht waschen. – Dem ist ja aber nicht so, Raba sagte ja, man dürfe die Hände nicht waschen aus einem Gefäße, das kein Viertel[log] faßt, wenn es aber faßt, auch wenn es nicht soviel enthält!? –

5Das ist kein Einwand; das eine für einen, das andere für zwei. Es wird nämlich gelehrt: Ein Viertel[log] Wasser reicht zum Händewaschen für einen, und sogar für zwei.

6R. Šešeth sprach zu Amemar: Achtet ihr auf das Gefäß? Dieser erwiderte: Jawohl. Auf das Aussehen? Dieser erwiderte: Jawohl. – Auf das Quantum? Dieser erwiderte: Jawohl.

7Manche sagen, er habe ihm wie folgt erwidert: Auf das Gefäß und auf das Aussehen achten wir, auf das Quantum achten wir nicht, denn es wird gelehrt, ein Viertel[log] Wasser reiche zum Händewaschen für einen, und sogar für zwei.

8Dem ist aber nicht so, da ist es anders, weil es von tauglichem zurückgeblieben ist.

9R. Ja͑qob aus Nehar Peqod ließ ein ein Viertel[log] fassendes Schöpfgefäß herstellen. R. Aši ließ in Huçal ein ein Viertel[log] fassendes Krüglein herstellen.

10Ferner sagte Raba: Hat man den Spund eines Fasses hergerichtet, so darf man daraus die Hände waschen. Ebenso wird auch gelehrt: Hat man den Spund eines Fasses hergerichtet, so darf man daraus die Hände waschen. Hat man einen Schlauch oder einen Behälter zubereitet, so darf man aus ihnen die Hände waschen, aus einem Sacke oder einem Korbe, selbst wenn sie [Wasser] fassen, darf man die Hände nicht waschen.

11Sie fragten: Darf man mit einem Tuche essen: berücksichtigen wir, man könnte [die Speisen] berühren, oder berücksichtigen wir dies nicht? –

12Komm und höre: Wenn man R. Çadoq eine Speise unter Eigröße gab, nahm er sie mit einem Tuche, aß sie außerhalb der Festhütte und sprach nachher nicht den Segen. Demnach benötigt ein eigroßes Quantum des Händewaschens. –

13Vielleicht benötigt ein eigroßes Quantum nur der Festhütte und des Segens. –

14Komm und höre: Einst traf Šemuél Rabh mit einem Tuche essen, da sprach er zu ihm:

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.