Chullin — Blatt 21a
1Aber immerhin bleibt ja der Einwand bestehen!? Raba erwiderte: Lies: man verfahre wie folgt: man durchschneide die Wirbelsäule und das Genick, aber nicht den größeren Teil des Fleisches.
2Als R. Zera hinaufging, traf er R. Ami sitzen und diese Lehre vortragen; da sprach er zu ihm: Sollte denn das Abkneifen erfolgen, wenn es bereits tot ist!? Dieser stutzte eine Weile, dann erwiderte er: Lies: man verfahre wie folgt: man durchschneide die Wirbelsäule und das Genick, aber nicht den größeren Teil des Fleisches.
3Ebenso wird auch gelehrt: Wie erfolgt das Abkneifen beim Geflügelsündopfer? Man durchschneide die Wirbelsäule und das Genick, aber nicht den größeren Teil des Fleisches, bis man zur Speise- oder zur Luftröhre gelangt; gelangt man zu diesen, so durchschneide man ein Halsorgan oder den größeren Teil und damit den größeren Teil des Fleisches, und beim Brandopfer beide oder den größeren Teil von beiden. –
4Nach wem: wenn nach den Rabbanan, so sagen sie ja, durchaus beide, und wenn nach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n, so sagt er ja, nur den größeren Teil von beiden!? –
5Lies: beide nach den Rabbanan, oder den größeren Teil von beiden nach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n. Wenn du aber willst, sage ich: beides nach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n, und unter ‘beide’ ist zu verstehen, daß es beiden gleiche.
6R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Ist das Genick durchgebrochen und damit der größere Teil des Fleisches, so ist er durch Bezeltung verunreinigend.
7Wenn du aber vom Ereignis mit E͑li einwendest, bei dem es nur am Genick erfolgt war und nicht am größeren Teil des Fleisches, so ist es bei einem Greise anders. So heißt es auch: und als er die Lade Gottes erwähnte, da fiel er neben dem Tore rücklings vom Stuhle, brach das Genick und starb, denn der Mann war alt und schwer &c.
8R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Joḥanans: Ist einer wie ein Fisch durchgerissen, so ist er verunreinigend durch Bezeltung. R. Šemuél b. Jiçḥaq sagte: Vom Rücken aus.
9Šemuél sagte: Hat man [das Vieh] entzweigeschnitten, so gilt es als Aas. R. Elea͑zar sagte: Fehlt ihm die Hüfte mit einer Höhlung, so gilt es als Aas. – Was heißt mit einer Höhlung? Raba erwiderte: Wenn man, wenn es liegt, das Fehlende sieht.
10Dort haben wir gelernt: Ist ihnen der Kopf abgeschlagen worden, so sind sie, auch wenn sie noch zucken, verunreinigend, denn dies gleicht dem Zucken des Eidechsenschwanzes. – Was heißt abgeschlagen? –
11Reš Laqiš erklärte, vollständig abgeschlagen; R. Asi im Namen R. Manis erklärte, wie das Abtrennen [des Kopfes] beim Geflügel-Brandopfer.
12R. Jirmeja fragte R. Asi: Wie das Abtrennen beim Geflügel-Brandopfer nach den Rabbanan, und ihr streitet nicht, oder wie das Abtrennen beim Geflügel-Brandopfer nach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n, und ihr streitet?
13Dieser erwiderte: Wie das Abtrennen beim Geflügel-Brandopfer nach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n, und wir streiten.
14Manche lesen: R. Šimo͑n b. Laqiš erklärte, vollständig abgeschlagen; R. Asi im Namen R. Manis erklärte, wie das Abtrennen beim Geflügel-Brandopfer nach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n, der größere Teil beider [Halsorgane].
15Was ist dies [für ein Streit] zwischen den Rabbanan und R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n? – Es wird gelehrt: Und die zweite richte er als Brandopfer her, nach Vorschrift; nach Vorschrift des Vieh-Sündopfers.
16Du sagst, nach Vorschrift des Vieh-Sündopfers, vielleicht ist dem nicht so, sondern nach Vorschrift des Geflügel-Sündopfers? Wenn es heißt er bringe sie dar, so hat ja die Schrift zwischen dem Geflügel-Sündopfer und dem Geflügel-Brandopfer unterschieden, somit ist [das Wort] nach Vorschrift zu erklären, nach Vorschrift des Vieh-Sündopfers; wie das Vieh-Sündopfer
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.