Chullin — Blatt 32a

1ist ein anderes Vieh mit dieser mitgeschlachtet worden, so ist nach R. Nathan die Kuh untauglich und das Vieh tauglich, und nach den Rabbanan die Kuh tauglich und das Vieh untauglich. –

2Selbstverständlich!? – Nötig ist dies [zu lehren] vom anderen Vieh nach R. Nathan; man könnte glauben, der Allbarmherzige sagt: er schlachte sie, nicht aber sie und eine andere, wenn man zwei solche Kühe zusammen schlachtet, nicht aber gelte dies von einem profanen Vieh, so lehrt er uns.

3Hat man mit dieser einen Kürbis geschnitten, so ist sie nach aller Ansicht untauglich; ist mit dieser ein Kürbis geschnitten worden, so ist sie nach aller Ansicht tauglich.

4WENN IHM DAS MESSER HERABGEFALLEN IST UND ER ES AUFGEHOBEN HAT, ODER IHM EIN KLEIDUNGSSTÜCK HERABGEFALLEN IST UND ER ES AUFGEHOBEN HAT, ODER ER BEIM MESSERSCHLEIFEN SCHWACH GEWORDEN UND EIN ANDERER GEKOMMEN IST UND DIE SCHLACHTUNG VOLLENDET HAT, SO IST SIE, WENN ER DIE DAUER EINER SCHLACHTUNG UNTERBROCHEN HAT, UNGÜLTIG. R. ŠIMO͑N SAGT, WENN ER DIE DAUER DER UNTERSUCHUNG UNTERBROCHEN HAT.

5GEMARA. Was heißt Dauer einer Schlachtung? Rabh erwiderte: Die Dauer der Schlachtung eines anderen Viehs.

6R. Kahana und R. Asi sprachen zu Rabh: Die Schlachtung eines Viehs bei einem Vieh und eines Vogels bei einem Vogel, oder auch bei einem Vogel die eines Viehs?

7Dieser erwiderte: Ich war mit meinem Oheim nicht vertraut, um es ihn zu fragen.

8Es wurde gelehrt: Rabh sagt, die Dauer der Schlachtung eines Viehs bei einem Vieh und eines Vogels bei einem Vogel, und Šemuél sagt, auch bei einem Vogel die eines Viehs. Ebenso sagte auch Rabin, als er kam, im Namen R. Joḥanans, auch bei einem Vogel die eines Viehs.

9R. Ḥananja aber sagt: daß man ein anderes Vieh holen und schlachten kann. – Auch von anderwärts holen, demnach hast du dafür verschiedene Zeitbestimmungen!?

10R. Papa erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen in dem Falle, wenn es zum Niederwerfen dasteht.

11Im Westen sagten sie im Namen des R. Jose b. Ḥanina: daß man es hochheben, niederwerfen und schlachten kann; ein kleines bei einem kleinen und ein großes bei einem großen.

12Raba sagte: Schlachtet jemand mit einem schlechten Messer, selbst den ganzen Tag, ist es gültig. –

13Raba fragte: Werden Unterbrechungen vereinigt? –

14Sollte er es doch aus seiner eignen Lehre entscheiden!? – Diese spricht von dem Falle, wenn man nicht unterbrochen hat.

15R. Hona, Sohn des R. Nathan, fragte: Wie ist es, wenn man beim kleineren Teile der Halsorgane unterbrochen hat!? – Dies bleibt unentschieden.

16R. ŠIMO͑N SAGT, WENN ER &C. UNTERBROCHEN HAT. Welche Untersuchung? R. Joḥanan erwiderte: Die Untersuchung eines Gelehrten. – Demnach hast du ja dafür verschiedene Zeitbestimmungen!? – Vielmehr, die Untersuchung eines gelehrten Schlächters.

17HAT MAN DIE SPEISERÖHRE DURCHGESCHNITTEN UND DIE GURGEL DURCHGERISSEN ODER DIE GURGEL DURCHGERISSEN UND NACHHER DIE SPEISERÖHRE DURCHGESCHNITTEN, ODER EINE DURCHGESCHNITTEN UND GEWARTET, BIS [DAS VIEH] VERENDET IST, ODER DAS MESSER UNTER DIE ANDERE GESTOSSEN UND SIE DURCHGERISSEN,

18SO IST ES, WIE R. JEŠEBAB SAGT, AAS, UND WIE R. A͑QIBA SAGT, TOTVERLETZTES. R. JESEBAB SAGTE IM NAMEN R. JEHOŠUA͑S EINE REGEL: ALLES, WAS BEIM SCHLACHTEN UNTAUGLICH WIRD, IST AAS, UND WAS NACH VORSCHRIFT GESCHLACHTET WORDEN, ABER DURCH EINEN ANDEREN UMSTAND UNTAUGLICH IST, IST TOTVERLETZTES. UND R. A͑QIBA PFLICHTETE IHM BEI.

19GEMARA. HAT MAN DIE SPEISERÖHRE DURCHSCHNITTEN &C. UND R. A͑QIBA PFLICHTETE IHM BEI. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: In folgenden Fällen gilt das Vieh als totverletzt:

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.