Chullin — Blatt 49a
1wobei es tauglich ist, falls sie sich in einer Seite, und totverletzt, falls sie sich in beiden Seilen befindet; wir sagen nicht, man beachte, ob das Öhr nach außen oder nach innen gerichtet ist!? —
2Ich will dir sagen, da in diesem sich Speisen und Getränke befinden, so ist anzunehmen, daß diese sie verschoben haben.
3Einst wurde eine Nadel in der großen Äderung der Lieber gefunden. Da erklärte es Hona Mar, Sohn des R. Idi, als totverletzt, und R. Ada b. Minjomi als tauglich. Als man hierauf zu Rabina kam und ihn fragte, erwiderte er: Nehmet dem, der es als totverletzt erklärt hat, das Gewand ab.
4Einst wurde ein Fruchtstein in der Galle gefunden, und R. Aši sagte hierzu: Als wir bei R. Kahana waren, sagte er, ein solcher könne entschieden nur durch eine Äderung hineingekommen sein, und obgleich er nicht heraus kann, wird er wohl hinabgeschüttelt worden sein. Dies gilt jedoch nur von dem einer Dattel, der einer Olive aber reißt.
5R. Joḥanan sagte: Weshalb heißt [die Lunge] Reá? Weil sie die Augen leuchten [raáh] macht. Sie fragten: Als Speise oder als Heilsalbe? —
6Komm und höre: R. Hona b. Jehuda sagte: Eine Gans um einen Zuz und ihre Lunge um vier. Wenn man nun sagen wollte, als Speise, so kann man ja [eine Gans] um einen Zuz kaufen und [die Lunge] essen; wahrscheinlich also als Heilsalbe.
7Ist, wenn die Lunge an einer Stelle, wo sie von den Händen des Schlächters betastet wird, durchlöchert ist, dies darauf zurückzuführen oder nicht? R. Ada b. Nathan sagt, es sei darauf zurückzuführen, Mar Zuṭra, Sohn des R. Mari, sagt, es sei nicht darauf zurückzuführen. Die Halakha ist, es sei darauf zurückzuführen.
8R. Šemuél, Sohn des R. Abahu, sagte: Mein Vater war von den Vortragenden [im Lehrhause] Raphrams, und er sagte, es sei darauf zurückzuführen, und als man ihm die Ansicht Mar Zuṭras, des Sohnes R. Maris, sagte, hörte er nicht darauf.
9R. Mešaršeja sagte: Die Ansicht meines Großvaters ist einleuchtend, denn auch bei einem Wolfe führen wir es auf ihn zurück.
10Über einen Wurm streiten R. Joseph b. Dosaj und die Rabbanan; nach der einen Ansicht ist er vor dem Schlachten herausgekommen, und nach der anderen Ansicht ist er nach dem Schlachten herausgekommen. Die Halakha ist, nach dem Schlachten.
11R. ŠIMO͑N SAGT, NUR WENN SIE &C. DURCHLÖCHERT IST. Rabba b. Taḥlipha sagte im Namen des R. Jirmeja b. Abba: Nur wenn sie bis zur großen Bronchio durchlöchert ist.
12R. Aḥa b. A͑va saß vor R. Hona und trug vor: R. Mallukh sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi, die Halakha sei wie R. Šimo͑n. Da sprach dieser: Was sprichst du von Mallukh, dem Araber; er sagte, die Halakha sei nicht wie R. Šimo͑n.
13Als R. Zera hinaufkam, traf er R. Bebaj sitzen und vortragen: R. Mallukh sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi, die Halakha sei wie R. Šimo͑n. Da sprach er zu ihm: Beim Leben des Meisters, ich, R. Ḥija b. Abba und R. Asi gingen nach der Ortschaft des R. Mallukh und fragten ihn, ob er gesagt habe, die Halakha sei wie R. Šimo͑n, und er erwiderte uns, er habe gesagt, die Halakha sei nicht wie R. Šimo͑n. — Was weißt du darüber? Dieser erwiderte: R. Jiçḥaq b. Ami sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi, die Halakha sei wie R. Šimo͑n.
14Die Halakha ist nicht wie R. Šimo͑n.
15DER LABMAGEN DURCHLÖCHERT IST. R. Jiçḥaq b. Naḥmani sagte im Namen des R. Oša͑ja: Beim Fette am Labmagen haben die Priester einen erlaubenden Brauch eingeführt, nach R. Jišma͑él, der dies im Namen seiner Vorfahren lehrte. Als Merkzeichen diene dir folgendes: der Priester Jišma͑él unterstützt die Priester. —
16Wo dies? — Es wird gelehrt: So sollt ihr die Kinder Jisraél segnen. R. Jišma͑él erklärte: Wir lernen einen Segen für die Jisraéliten aus dem Munde der Priester, nicht aber für die Priester selbst, wenn es aber weiter heißt: ich werde sie segnen, so besagt dies, daß die Priester die Jisraéliten segnen, und der Heilige, gepriesen sei er, die Priester segnet.
17R. A͑qiba erklärte: Wir lernen einen Segen für die Jisraéliten aus dem Munde der Priester, nicht aber einen aus dem Munde der Allmacht, wenn es aber heißt: ich werde sie segnen, so besagt dies, daß die Priester die Jisraéliten segnen, und der Heilige, gepriesen sei er, ihnen zustimmt. —
18Woher entnimmt R. A͑qiba demnach einen Segen für die Priester!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Aus: ich segne, die dich segnen. —
19Wieso unterstützt er die Priester!? — Er setzt den Segen der Priester neben den Segen der Jisraéliten. —
20Was ist das, was R. Jišma͑él im Namen seiner Vorfahren lehrte? — Es wird gelehrt: Und das Fett, das &c. bedeckt,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.