Chullin — Blatt 66a

1Worin besteht der Streit zwischen dem Autor der Schule Rabhs und dem Autor der Schule R. Jišma͑éls? — Sie streiten über [die Art mit] langem Kopfe.

2Der Autor der Schule Rabhs erklärt: das Springfüße hat, generell, Arbe, Sala͑m, Ḥargol, Ḥagabh nach seiner Art, speziell, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung folgt, so enthält die Generalisierung nur das Speziellgenannte, nur was zu seiner Art gehört, nicht aber, was nicht zu seiner Art gehört; somit ist nur das einbegriffen, was diesen in beiden Hinsichten gleicht.

3Der Autor der Schule R. Jišma͑éls aber erklärt: das Springfüße hat, generell, Arbe, Sala͑m, Ḥargol, Ḥagabh, speziell, nach seiner Art, wiederum generell, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung und wiederum eine Generalisierung folgt, so richte man sich nach der Spezialisierung, somit schließt dies alles ein, was diesen in einer Hinsicht gleicht. —

4Die erste Generalisierung gleicht ja aber nicht der anderen, denn in der ersten Generalisierung sagt der Allbarmherzige: das Springfüße hat, man esse nur die, die solche haben, nicht aber die, die solche nicht haben, und nach der zweiten Generalisierung nur die, die diesen hinsichtlich der vier Kennzeichen gleichen!? —

5Der Autor der Schule R. Jišma͑éls folgert auch in einem solchen Falle durch [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung. Und wenn es sonst irgendwo heißt, der Autor der Schule R. Jišma͑éls folgere in einem solchen Falle durch [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung, so wird es hieraus entnommen.

6Der Meister sagte: Man könnte glauben, wenn sie nur Ḥagabh heißt, auch wenn sie all diese Kennzeichen nicht hat, so heißt es: nach seiner Art, nur wenn sie all diese Zeichen hat. Wieso könnte man es hinsichtlich solcher folgern, die all diese Zeichen nicht haben, es heißt ja Arbe und Ḥargol!? —

7Hieße es nicht Sala͑m, würdest du Recht haben, da es aber Sala͑m heißt, was auch solche mit langem Kopfe einschließt, so könnte man glauben, alles sei einzuschließen, so lehrt er uns. —

8Wieso heißt es [in der einen Lehre], Sala͑m sei der Rišon, Ḥargol sei der Nipol, während es in der anderen heißt, Sala͑m sei der Nipol, Ḥargol sei der Rišon!? — Dieser nach seiner Ortschaft und jener nach seiner Ortschaft.

9VON DEN FISCHEN: JEDER, DER FLOSSEN UND SCHUPPEN HAT. Die Rabbanan lehrten: Wenn er jetzt keine hat und sie später bekommt, wie zum Beispiel die Sultanith oder der A͑pjan, so ist er erlaubt; wenn er sie jetzt hat und beim Verlassen des Wassers verliert, wie zum Beispiel der

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.