Chullin — Blatt 96b
1Und R. Jehuda!? – Bei dieser wird [der Ausdruck] ‘essen’ gebraucht. – Und die Rabbanan!? – [Der Ausdruck] ‘essen’ deutet darauf, daß, wenn sie vier oder fünf Oliven hat und man nur eine gegessen hat, man schuldig sei. –
2Und R. Jehuda!? – Dies geht hervor aus [den Worten] die am Hüftballen ist. –
3Und die Rabbanan!? – Dies deutet auf die Lehre Šemuéls, denn Šemuél sagte, die Tora habe nur das verboten, was sich am Ballen befindet. – Und R. Jehuda!? – Es heißt der Hüfte, der ganzen Hüfte. –
4Und die Rabbanan!? – Dies deutet darauf, daß das Verbot sich auf das erstreckt, was sich durch die Hüfte zieht, dies schließt die äußere aus, jedoch nur auf das, was sich am Ballen befindet. –
5[Das Wort] Ballen ist ja zur Ausschließung des Geflügels nötig, das keinen Ballenhat!? – Es heißtzweimal Ballen.
6IST EINE HÜFTE MIT DER SPANNADER GEKOCHT WORDEN, SO IST SIE, WENN SOVIEL DARAN WAR, DASS EIN GESCHMACK ÜBERTRAGEN WIRD, VERBOTEN. WIE BEMISST MAN DIES? NACH VERHÄLTNIS VON FLEISCH MIT RÜBEN.
7IST DIE SPANNADER MIT ANDEREN ADERN GEKOCHT WORDEN, SO IST, WENN SIE ZU ERKENNEN IST, DIE GESCHMACKSÜBERTRAGUNG EINTSCHEIDEND, WENN ABER NICHT, SO SIND ALLE VERBOTEN; DIE BRÜHE ABER NUR BEI GESCHMACKSÜBERTRAGUNG.
8EBENSO IST, WENN EIN STÜCK VON EINEM AASE ODER EIN STÜCK VON EINEM UNREINEN FISCHE MIT ANDEREN STÜCKEN GEKOCHT WORDEN IST, WENN ES ZU ERKENNEN IST, DIE GESCHMACKSÜBERTRAGUNG ENTSCHEIDEND, WENN ABER NICHT, SO SIND ALI,E VERBOTEN; BRÜHE ABER NUR BEI GESCHMACKSÜBERTRAGUNG.
9GEMARA. Šemuél sagte: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn sie mit dieser gekocht worden ist, wenn aber gebraten, so schneide man ab und esse, bis man zur Spannader gelangt. –
10Dem ist ja aber nicht so, R. Hona sagte ja, wenn ein Böckchen mit seinem Talge gebraten worden ist, dürfe man nicht einmal von der Ohrenspitze essen!? –
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.