Chullin — Blatt 97a

1Anders verhält es sich beim Talge, der eindringt. –

2Ist es denn beim Talge verboten, Rabba b. Bar Ḥana erzählte ja, daß einst im Lehrhause zu Mao͑n R. Joḥanan ein Fall vorgetragen wurde, daß ein Böckchen mit seinem Talge gebraten wurde, und er entschied, daß man abschneide und esse, bis man zum Talge gelangt!? Jenes war besonders mager.

3R. Hona b. R. Jehuda erwiderte: Es war eine Niere mit dem Talge. Rabin b. R. Ada erwiderte: Es war ein Kilkith in einer Fleischspeise, und als man R. Joḥanan fragte, erwiderte er ihnen, daß man sie einen aramäischen Koch kosten lasse.

4Raba sagte: Früher war mir folgendes fraglich: Es wird gelehrt: In einem Topfe, in dem man Fleisch gekocht hat, darf man keine Milch kochen, hat man gekocht, so ist die Geschmacksübertragung entscheidend; in dem man Hebe [gekocht hat], darf man nicht Profanes kochen, hat man gekocht, so ist die Geschmacksübertragung entscheidend.

5Allerdings kann man Hebe von einem Priester kosten lassen, wer aber sollte Fleisch mit Milch kosten!? Da aber R. Joḥanan gesagt hat, man verlasse sich auf einen aramäischen Koch, so verlasse man sich auch hierbei auf einen aramäischen Koch.

6Raba sagte: Die Rabbanan sagten, die Geschmacksübertragung [sei entscheidend], die Rabbanan sagten, ein Koch [koste es],

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.