Eruvin — Blatt 2b

1so ist ja damit die Bundeslade gemeint!? – Vielmehr, aus folgendem: sie sollen mir ein Heiligtum errichten, daß ich in ihrer Mitte wohne. –

2Sollten sowohl die Rabbanan als auch R.Jehuda es von der Tür des Vorhof tores entnehmen, denn es heißt: die Länge des Vorhofes soll hundert Ellen betragen, die Breite fünfzig Ellen und die Höhe fünf Ellen, ferner: fünfzehn Ellen Umhänge auf der einen Seite, ferner: und ebenso für die andere Seite, zu beiden Seiten des Vorhofes fünfzehn Ellen Umhänge; wie nun da die Türöffnung [eine Höhe von] fünf und eine Breite von zwanzig Ellen hatte, ebenso sollte auch hierbei bei [einer Höhe] von fünf eine Breite von zwanzig Ellen zulässig sein!? –

3Eine solche heißt allerdings Tür des Vorhof tores, nicht aber schlechthin Tür.

4Wenn du aber willst, sage ich: Die Angabe, fünfzehn Ellen an jeder Seite, bezieht sich auf die Höhe. –

5Wieso auf die Höhe, es heißt ja: und die Höhe fünf Ellen!? – Über dem Altar. –

6Wieso kann R.Jehuda es von der Tür der Tempelhalle entnehmen, wir haben ja gelernt, daß, wenn [der Durchgang] mehr als zehn [Ellen] breit ist, er zu verringern sei, und R.Jehuda streitet dagegen nicht!?

7Abajje erwiderte: Er streitet dagegen in einer Barajtha. Es wird nämlich gelehrt: Der mehr als zehn [Ellen] breit ist, muß verringert werden; R.Jehuda sagt, dies sei nicht nötig. –

8Sollte er auch in unserer Mišna dagegen streiten!?–Er streitet bezüglich der Höhe, und dies bezieht sich auch auf die Breite. –

9R.Jehuda entnimmt es also von der Pforte der Vorhalle. Es wird gelehrt: Ein Durchgang, der mehr als zwanzig Ellen hoch ist, muß verringert werden, nach R.Jehuda aber ist er auch bis vierzig und fünfzig Ellen brauchbar. Hierzu lehrte Bar Qappara, auch bis hundert Ellen.

10Allerdings kann dies nach Bar Qappara eine Übertreibung sein, nach R. Jehuda aber, der nicht übertreibt, ist zwar [die Höhe von] vierzig Ellen von der Tür der Tempelhalle zu entnehmen, wieso aber fünfzig!?

11R.Ḥisda erwiderte: Rabh wurde durch folgende Lehre irregeführt: Es wird gelehrt: Ein Durchgang, der mehr als zwanzig Ellen hoch ist, höher als die Tür des Tempels, muß verringert werden. Er dachte, daß R.Jehuda, da die Rabbanan es von der Tür des Tempels entnehmen, es ebenfalls von der Tür der Tempelhalle entnimmt; dem ist aber nicht so, R.Jehuda entnimmt es von der Tür der königlichen Schlösser. –

12Wenn die Rabbanan es von der Türöffnung des Tempels entnehmen, so sollten ja auch, wie beim Tempel, Türen erforderlich sein, während wir gelernt haben, der Durchgang müsse, wie die Schule Šammajs sagt, aus Pfosten und Querbalken, und wie die Schule Hillels sagt, aus Pfosten oder Querbalken bestehen!? –

13Die Türen des Tempels dienten nur zum Schutze. –

14Demnach sollte doch die Form eines Türrahmens nicht nützen, da ja [die Tür] des Tempels die Form eines Türrahmens hatte und dennoch nur zehn Ellen breit war, während wir gelernt haben, daß, wenn er die Form eines Türrahmens hat, man ihn nicht zu verringern brauche, auch wenn er mehr als zehn [Ellen] breit ist!? –

15Diese Begründung rührt ja von Rabh her, und dieser sprach auch zu R.Jehuda, der vor ihm Ḥija b. Rabh lehrte, man brauche ihn nicht zu verringern: lehre, man müsse ihn verringern. –

16Demnach

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.